„Sugar-Daddy“-Prozess startet unter hoher Sicherheit

Sie sollen einen Geschäftsmann um 1,6 Millionen Euro gebracht haben: Unter starken Sicherheitsvorkehrungen hat am Freitag vor dem Bonner Landgericht ein Prozess gegen drei Angeklagte wegen räuberischer Erpressung begonnen. Die 31-jährige Frau sowie zwei 27 und 36 Jahre alte Männer sollen ihr Opfer immer wieder unter Druck gesetzt und Geld verlangt haben.

15.11.2019, 15:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
„Sugar-Daddy“-Prozess startet unter hoher Sicherheit

Der Eingang des Landgerichtes. Foto: Daniel Naupold/dpa

Laut Anklage lernte die Frau das Opfer über die Internetplattform „Sugar-Daddy“ kennen und ging mit ihm eine Beziehung ein. Dann sollen die Angeklagten von ihm über einen Zeitraum von zwei Jahren immer wieder Geld gefordert haben - ansonsten werde seiner Geliebten etwas angetan. Die beiden angeklagten Männer sollen damals Mitglieder einer Rockergruppe gewesen sein.

Wegen der ungewöhnlich hohen Sicherheitsvorkehrungen startete der Prozess mit großer Verspätung. Die 31-Jährige war im Vorfeld bedroht worden, weil sie sich nach ihrer Festnahme im Februar umfassend zu dem Fall geäußert und ihre Mitangeklagten belastet hatte. Die Prostituierte, die sich in einem Zeugenschutzprogramm befindet, war durch Panzerglas von den beiden anderen Angeklagten und dem Zuhörerraum getrennt.

Die beiden angeklagten Männer erklärten am ersten Verhandlungstag, dass sie sich schweigend verteidigen wollten. Die 31-Jährige will zu einem späteren Zeitpunkt aussagen.

In einem sogenannten „Opening Statement“ versuchte die Verteidigung zu suggerieren, dass das Opfer die ganze Geschichte erfunden habe. Denn der Geschäftsmann habe erst davon berichtet, als die Finanzbehörden wegen Untreue gegen ihn ermittelt hätten.

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