Studie: Fachkräftemangel in NRW droht sich zu verschärfen

Der Fachkräftemangel in NRW droht sich im nächsten Jahrzehnt noch einmal drastisch zu verschärfen. Davor warnt der Dachverband der Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen (IHK NRW) im am Dienstag vorgestellten „Fachkräftereport 2019“. Schon heute fehlen demnach im bevölkerungsreichsten Bundesland fast 450 000 Fachkräfte oder rund 6,9 Prozent des Bedarfs. Für 2030 rechnen die Experten mit rund 735 000 fehlenden Fachkräften. Dies entspräche rund 13,4 Prozent der nachgefragten Stellen.

29.10.2019, 11:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Studie: Fachkräftemangel in NRW droht sich zu verschärfen

Ein Mitarbeiter bedient in einer Produktionshalle eine Maschine zur Verarbeitung von Metall. Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa

Der Hintergrund: Durch den Renteneintritt der geburtenstarken Jahrgänge werden voraussichtlich schon bald in NRW doppelt so viele Fachkräfte in Rente gehen, wie junge Menschen nachrücken. 2030 stünden der NRW-Wirtschaft deshalb 1,2 Millionen Fachkräfte weniger zur Verfügung, warnt die IHK NRW. „Größer werdende Engpässe auf dem Arbeitsmarkt sind somit nicht vermeidbar.“

Die IHK NRW drängt deshalb darauf, mehr gegen den Fachkräftemangel zu tun. So sei bei der Erwerbsbeteiligung älterer Fachkräfte das Potenzial in NRW noch längst nicht ausgeschöpft. In Nordrhein-Westfalen seien aktuell rund 69,3 Prozent der 55- bis 65-Jährigen erwerbstätig. In Island - dem Spitzenreiter beim Thema Erwerbsbeteiligung älterer Menschen unter den führenden Industrienationen - seien es dagegen 80,7 Prozent.

Gelinge es NRW, das isländische Niveau zu erreichen, entspräche das einem Plus von fast 300 000 Fachkräften. Auch durch die Erhöhung der Vollzeitquote bei Frauen, durch Fachkräfteeinwanderung und Nachqualifizierung von Menschen ohne Berufsabschluss, lasse sich der Fachkräftemangel mildern. „Wir sollten all dies gleichzeitig tun“, drängte IHK NRW-Präsident, Thomas Meyer.

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