Studie zu falschen Altersangaben bei Flüchtlingen

Einige nach Deutschland kommende Flüchtlinge geben einer neuen Studie zufolge ihr Alter falsch an, um einen besseren Asylschutz zu erhalten, der Minderjährigen zusteht. Rechtsmediziner der Uniklinik Münster haben in einer bislang nicht veröffentlichten Studie knapp 600 Altersgutachten aus den Jahren 2007 bis 2018 ausgewertet. Demnach waren etwa 40 Prozent der Flüchtlinge, die sich bei ihrer Einreise als Minderjährige ausgegeben haben und die in Münster untersucht wurden, 18 Jahre oder älter, wie ein Sprecher der Uni am Montag bestätigte.

16.09.2019, 17:59 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Rechtsmediziner werden in einem 3-Stufen-Verfahren aktiv, wenn Gerichte oder Jugendämter Zweifel an den Altersangaben haben. Dabei wird mit Hilfe von Röntgenbildern des Handgelenks und des Kiefers sowie einer Untersuchung des Schlüsselbeins nachgewiesen, ob das 18. Lebensjahr vollendet ist.

Zuvor hatte „Focus Online“ über die Zahlen aus Münster berichtet. Die Studie wird ab Dienstag bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin in Hamburg vorgestellt. Kritiker wie die Bundesärztekammer oder Flüchtlingsinitiativen kritisieren den Eingriff in die körperliche und seelische Unversehrtheit.

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