Studie: Pflege-Eigenanteil in NRW gestiegen

Das Leben im Pflegeheim ist teuer. Der Eigenanteil, den Senioren für die Pflegeleistungen aufbringen müssen ist in Nordrhein-Westfalen 2019 noch einmal kräftig gestiegen.

25.11.2019, 06:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Heimbewohner in Nordrhein-Westfalen müssen für die Pflege nach einer Studie deutlich tiefer in die Tasche greifen als noch vor einem Jahr. Der Eigenanteil für die Pflegeleistungen erhöhte sich im bevölkerungsreichsten Bundesland von 691 Euro im vergangenen auf 755 Euro in diesem Jahr, wie eine Auswertung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ergab - ein Plus von 9,3 Prozent.

Der Eigenanteil an den Pflegekosten lag in NRW damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 693 Euro - aber weit hinter dem Spitzenreiter Baden-Württemberg (953 Euro). Am geringsten war der Eigenanteil in Thüringen mit 355 Euro.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warf der Politik Untätigkeit vor und forderte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) auf, Druck auf die Bundespolitik zu machen: „Aber von NRW-Gesundheitsminister Laumann kommt nichts. Geredet ist genug. Die Pflegeversicherung muss endlich die gesamten Pflegekosten übernehmen“, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presseagentur.

Hintergrund ist, dass die Pflegeversicherung - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten trägt. Die erheblichen regionalen Unterschiede erklären sich auch daraus, dass jedes Bundesland die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Pflegeheime selbst festlegt - dazu gehören beispielsweise Fachkraftquoten und bauliche Vorschriften.

Zu den Pflegekosten kommen für Heimbewohner außerdem noch Kosten für Unterkunft, Verpflegung und für Investitionen in den Einrichtungen. Insgesamt ergeben sich im Bundesdurchschnitt derzeit knapp 1900 Euro Zahlungen aus eigener Tasche.

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