Studie: Lünen bei Abwasser- und Müllgebühren sowie der Grundsteuer mit am teuersten

dzGebühren

Die Kosten für Müll, Abwasser und Grundsteuer weichen von Stadt zu Stadt teils stark voneinander ab. Eine neue Studie zeigt, dass Lünen eine der teuersten Städte ist. Die Stadt widerspricht.

Lünen

, 05.02.2019, 15:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Statistiken ist es so eine Sache. Je nachdem, wer sie erstellt, fallen die Ergebnisse oft ganz unterschiedlich aus. Oder aber, sie werden je nach Lesart, völlig unterschiedlich interpretiert.

Jüngstes Beispiel ist die vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW, Köln) auf seiner Homepage veröffentliche Studie zur Höhe der Wohnnebenkosten in 100 deutschen Städten. Danach landet Lünen bei den Abfall- und Abwassergebühren sowie der Grundsteuer auf Platz 95. Was nach Angaben einer IW-Sprecherin soviel heißt wie, dass die Lippestadt ein ziemlich teures Pflaster ist. Nur in Witten (96), Potsdam (97), Mönchengladbach (98), Moers (99) und Leverkusen (100) zahlen die Bürger mehr für die drei Größen.

Belastung einer Familie

Wie die Sprecherin weiter sagt, habe das IW die Studie im Auftrag des Hauseigentümer-Verbands Haus und Grund erstellt. Untersucht worden sei die Belastung einer Familie durch Müll- und Abwassergebühren sowie der Grundsteuer seit 2016.

Mit durchschnittlichen jährlichen Abfallgebühren von 421 Euro, Abwassergebühren von 582 im Schnitt und einer Grundsteuer B von 644 Euro müssen Lünens Einwohner tief in die Tasche greifen.

Regensburg am günstigsten

Am teuersten ist es den Angaben zufolge in Leverkusen. Hier betragen die durchschnittlichen Müllgebühren 679 Euro, die Abwassergebühren im Schnitt 632 Euro, die Grundsteuer-B-Last beträgt 669 Euro im Jahr.

Zum Vergleich: In Regensburg lebt es sich mit Müllgebühren von 161 Euro, Abwassergebühren von 362 Euro und einer Grundsteuer-Last von 335 Euro im Durchschnitt im Vergleich am günstigsten.

Müllverbrennungsanlagen schuld?

Auf die Frage, was denn die Gründe für die starken Abweichungen sind, heißt es beim IW, dass daran auch die teilweise überdimensionierten Müllverbrennungsanlagen in Nordrhein-Westfalen schuld sind. Diese seien nicht ausgelastet. Außerdem seien manche Städte hoch verschuldet und würden ihre Finanzlage mit höheren Grundsteuern ausgleichen.

Abwasser- oder Abfallentgelte hätten deutschlandweit nicht die gleiche Zusammensetzung, erklärt indes der Verband kommunaler Unternehmen (VKU). „Sie berücksichtigen unterschiedliche Leistungen, Standorte und weitere örtliche Faktoren“, sagt eine Sprecherin.

Stellungnahme der Stadt

Und was sagt die Stadt Lünen?

„Die Methodik dieses Rankings - auch die Punktzahl der Einzelrankings - können wir (...) nicht detailliert nachvollziehen. Nach unseren Recherchen wurde auch kein aktuelles Zahlenmaterial für diese Studie von uns oder WBL oder SAL angefordert“, sagt Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage unserer Redaktion. Insofern sei es schwierig, detailliert zu antworten, zumal sich bei diversen vorherigen Ranking-Listen herausgestellt habe, dass die Vergleichbarkeit der Daten aus den Städten nicht immer gegeben sei, sagt Spangardt weiter. Dann nimmt er zu den einzelnen Positionen Stellung:

Grundsteuer

„Mit dem aktuellen Hebesatz von 760 v.H. für die Grundsteuer B – er wurde zuletzt 2015 auf diesen Wert angehoben – bewegt sich Lünen im Mittelfeld der Städte im Kreis Unna. Darüber hinaus ist dieser Hebesatz weit entfernt von dem höchsten Grundsteuerhebesatz B in Deutschland 2017, der 959 v. H. betrug (in Bergneustadt im Bergischen Land; der höchste Satz im Kreis findet sich in Unna, mit 940 v. H.). Im deutschlandweiten Vergleich ist es generell so, dass die Grundsteuer in nordrhein-westfälischen Kommunen eher hoch ist: 9 der 10 höchsten Grundsteuerhebesätze Deutschlands finden sich in NRW.“

Müllgebühren

„Bei den Müllgebühren wird aus unserer Sicht sehr deutlich, dass eine Vergleichbarkeit der Städte-Daten nicht immer gegeben ist, denn die erbrachten Leistungen sind sehr unterschiedlich. Manche Kommunen rechnen höhere Erlöse aus der Altpapierverwertung gebührenmindernd in ihre Kalkulation ein. Und: Städte und Gemeinden können unter Umständen Kosten, die durch die Entleerung von Straßenpapierkörben oder das Entfernen von ‚wildem Müll‘ entstehen, in die Abfallgebühren für die Privathaushalte einrechnen. Auch vor diesem Hintergrund halten wir diese Art von Rankings für wenig aussagekräftig.“

Abwassergebühren

„In Sachen Abwassergebühren hat beispielsweise der Bund der Steuerzahler eine Auflistung der 26 teuersten Städte in NRW 2018 veröffentlicht. Lünen ist dort nicht gelistet.“

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