Studie: Fast jedem fünftem Geschäft droht bis 2030 das Aus

Fast jedem fünften Geschäft in Nordrhein-Westfalen droht nach einer aktuellen Studie des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH) im nächsten Jahrzehnt das Aus. Bis 2030 müsse mit bis zu 20 000 Geschäftsaufgaben gerechnet werden, berichtete das Forschungsinstitut in einer am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung, die im Auftrag des NRW-Wirtschaftsministeriums erstellt wurde. Aktuell gibt es im bevölkerungsreichsten Bundesland knapp 110 000 Einzelhandelsgeschäfte.

13.06.2019, 12:03 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der demografische Wandel, die anhaltende Verstädterung und der Siegeszug des Onlinehandels werden nach Einschätzung der Experten die Einzelhandelslandschaft in NRW in den kommenden Jahren nachhaltig verändern. Realistisch sei bis zum Jahr 2030 mit einem Rückgang der Anzahl der Geschäfte um 13 000 bis 20 000 zu rechnen. Handel - soweit er über die klassischen Versorgungsfunktionen hinausgehe - werde zukünftig vor allem in den attraktiven und hochfrequentierten größeren Städten NRWs stattfinden.

Viele Einkaufsstraßen in den Innenstädten und Stadtteilen würden deshalb unter Druck geraten, prognostizierten die Experten. Ihr Erscheinungsbild werde sich deutlich verändern müssen. „Einige Handelsstandorte werden sich auf die Nahversorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs beschränken müssen, andere ihr Einzelhandelsangebot räumlich verdichten oder gänzlich aufgegeben“, heißt es in der Studie

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) betonte mit Blick auf die Studie, es gebe „keinen Grund für Schwarzmalerei, aber viele Gründe zum Handeln“. Ziel müsse es nun sein, die Zukunftsfähigkeit des stationären Handels zu stärken.

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