Studie: Der Hambacher Forst braucht Hilfe

Der Hambacher Forst leidet einer Studie im Auftrag von Greenpeace zufolge schwer unter den Folgen von Hitze und Trockenheit. Der benachbarte Braunkohle-Tagebau verschlechtere die Situation des umkämpften Waldes „eklatant“, schreiben Experten von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Die Analyse liegt dem WDR und der Deutschen Presse-Agentur vor. „An den Waldrändern zeigt sich das vermehrte Absterben von Bäumen, die besonderem Hitze- und Trockenstress ausgesetzt sind“, heißt es darin. Es gebe vor allem an dem Waldrand, der dem Tagebau zugewandt ist, erhebliche Windschäden.

14.08.2019, 07:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Studie: Der Hambacher Forst braucht Hilfe

Eine Luftaufnahme zeigt den Braunkohletagebau Hambach (hinten) und den Hambacher Forst (vorn). Foto: Henning Kaiser/Archivbild

Der Hambacher Forst hatte sich vor allem im vergangenen Jahr zum Symbol der Proteste für einen raschen Ausstieg aus dem Kohlestrom und der deutschen Klimaschutz-Bewegung entwickelt. Kritiker sind dagegen, dass RWE auf der Fläche des Waldgebiets Braunkohle abbaggern darf.

Die Tagebaue und vor allem der Tagebau Hambach seien im Sommer „die Hitzepole der Region“, heißt es in der Studie weiter. Wenn der Hambacher Forst erhalten werden solle, müsse dringend etwas für die Kühlung der umgebenden Landschaft getan werden. „Hierzu gehören der sofortige Stopp des weiteren Abbaggerns des Tagebaus Hambach, die Rekultivierung und Wiederbewaldung von (ehemaligen) Straßen und auch des Kiestagebaus sowie an den Wald angrenzender Agrarflächen“, schreiben die drei Autoren.

Konkret empfehlen sie eine 500 Meter breite „thermische Pufferzone“, in der die Oberflächentemperatur durch Aufforstung um mehrere Grad gesenkt werden solle, möglichst mit einheimischen, schnell wachsenden Baumarten. In der Wachstumszeit sollten Hitze und Trockenheit abgefedert werden, indem die Bäume bewässert werden. Zudem empfehlen die Autoren, den Forst über Hecken und mindestens 100 Meter breite Gehölzkorridore mit den anderen Waldflächen der Region zu verbinden.

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