Studentenvertreter: Semesterbeitrag versteckte Studiengebühr

Studieren wird teurer. Davor warnen die Studierendenwerke. Denn nicht nur kostengünstiges Mensa-Essen und Wohnheime müssten finanziert werden. Auch Beratung und Kinderbetreuung gehören zu den Aufgaben.

10.12.2019, 06:10 Uhr / Lesedauer: 1 min

Vertreter der Studierenden und der Studentenwerke Nordrhein-Westfalens warnen vor ausufernden finanziellen Belastungen der angehenden Akademiker. Die von allen Studierenden zu leistenden Semesterbeiträge entwickelten sich zunehmend „zu einer versteckten Studiengebühr“, kritisierte die Koordinatorin der Allgemeinen Studierendenausschüsse (ASten) in NRW, Katrin Lögering.

Semesterbeiträge von über 300 Euro belasteten knappe studentische Geldbeutel enorm. Die Unterfinanzierung der Studierendenwerke lasse weitere Preiserhöhungen und Leistungseinschränkungen befürchten. Die Landesregierung habe weiterhin „nur einseitig Forschung und Lehre im Blick und vergisst in gewohnter Manier die soziale Infrastruktur auf dem Campus“, kritisierte Lögering.

Der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Studierendenwerke NRW, Jörg Lüken, beklagte die „erneute finanzielle Nullrunde“ für die landeseigenen öffentlichen Anstalten im Haushaltsplan der CDU/FDP-Koalition für 2020. Der Anteil der Sozialbeiträge am Semester-Obolus der Studierenden liege bereits um 100 Euro.

Die Sozialbeiträge werden etwa zur Subventionierung preiswerter Mensa-Essen und Wohnheime benötigt. Ein großer Teil der Semesterbeiträge fließt in das NRW-Ticket für Busse und Bahnen, ein kleiner Teil geht an die ASten.

Allein die Personalkosten der Studierendenwerke stiegen jährlich um mindestens vier Millionen Euro, sagte Lüken. Dies sei nicht mehr aufzufangen. „Nur die Kombination aus stark steigenden Sozialbeiträgen und Studierendenzahlen hielten die Studierendenwerke in den vergangenen 25 Jahren finanziell über Wasser.“ Diese Kurve flache aber langsam ab. Die von der Landesregierung avisierte Erhöhung der seit Jahren stagnierenden allgemeinen Jahreszuschüsse für die Werke um zehn Prozent auf 44,5 Millionen Euro ab 2021 könne „nur ein „Einstieg“ in eine aufgabengerechte Grundfinanzierung sein.

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