Streit um totes Filmhuhn „Sieglinde“ erneut vor Gericht

Der Streit um das tote TV-Huhn „Sieglinde“ geht in die zweite Runde. 4000 Euro Schadenersatz fordert die Besitzerin - schließlich war das Tier schon mal prominent im Fernsehen.

22.11.2019, 02:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Streit um totes Filmhuhn „Sieglinde“ erneut vor Gericht

Ute Milosevic streichelt auf ihrem Hof ein Seidenhuhn. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Der Streit um das von einem Hund getötete Filmhuhn „Sieglinde“ kommt heute (10.15 Uhr) vor das Landgericht Kleve. Ein Hund hatte das braune Huhn im Sommer 2017 auf dem Hof seiner Besitzerin in Weeze am Niederrhein totgebissen. Die Frau fordert vom Hundebesitzer 4000 Euro Schadenersatz. Ihr Huhn sei für Film und Fernsehen geschult gewesen und habe zum Beispiel für den Ende 2018 in der ARD ausgestrahlten Film „Wir sind doch Schwestern“ vor der Kamera gestanden. Deshalb sei die Summe völlig berechtigt, argumentiert die Anwältin der Frau.

Der beklagte Hundebesitzer bezweifelt, dass es sich bei dem getöteten Tier tatsächlich um „Sieglinde“ gehandelt habe. In der Hühnerschar hätten sich mehrere braune Hühner befunden, teilte seine Anwältin mit. Der Hundebesitzer hatte laut der Klägerin direkt nach dem Vorfall zehn Euro Schadenersatz angeboten. Das sei „abstrus“, sagte die Anwältin der Frau. „Das ist eben nicht nur ein "blödes Huhn", sondern eine Lebewesen, ein Mitgeschöpf.“ Hinzu komme die aufwendige Ausbildung des Tieres.

In der ersten Instanz hatte das Amtsgericht Geldern der Klägerin rund 300 Euro zugesprochen. Dagegen hatte die Frau Berufung eingelegt. Mit einer Entscheidung noch am Freitag wird nicht gerechnet.

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