Könnten diese roten Streifen auf der Beckestraße Fahrradfahrer vor Lkw schützen?

dzVorschlag im Ausschuss

Eigentlich sind Schutzstreifen für Fahrräder an der Beckestraße nicht mit der Straßenverkehrsordnung vereinbar. Die Verwaltung hat der Politik jetzt aber einen Lösungsvorschlag vorgelegt.

von Maximilian Stascheit

Schwerte

, 10.09.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Vorhaben ist schwieriger umzusetzen als gedacht. Bereits vor einem Jahr beauftragte der Ausschuss für Bürgeranregungen und -beschwerden die Rathaus-Mitarbeiter damit, zu prüfen, an welchen Straßen in Schwerte Randstreifen zum Schutz von Fahrradfahrern angebracht werden könnten.

Probleme bereitet dabei vor allem die Straßenverkehrsordnung. Um Schutzstreifen an den Seiten markieren zu können, ist im Gesetz nämlich eine Fahrbahnbreite von sieben Metern vorgeschrieben – ein Wert, den ein Großteil der sogenannten Sammelstraßen nicht erfüllt.

Dieser Begriff umfasst alle Straßen, die den Verkehr aus Anliegerstraßen in Wohn- oder Gewerbegebieten auf eine Hauptverkehrsstraße führt. Außerdem ist das Anbringen von Schutzstreifen in Tempo-30-Zonen durch die Straßenverkehrsordnung ausdrücklich verboten.

Wechselnde Seitenstreifen sollen für Sicherheit sorgen

Die Stadt Schwerte stand daher vor der Herausforderung, nach alternativen Möglichkeiten zum Schutz der Fahrradfahrer auf besagten Straßen zu suchen. Ein entsprechender Vorschlag steht nun auf der Tagesordnung des Ausschusses für Infrastruktur, Stadtentwicklung und Umwelt.

Dabei handelt es sich um sogenannte alternierende Schutzstreifen, welche die Fahrbahnseite im Streckenverlauf wechseln. Die Streifen sollen insbesondere in Einmündungsbereichen angebracht werden, um die Verkehrsteilnehmer auf Konfliktzonen aufmerksam zu machen. An Einmündungen ist eine auffällige Markierung in rotbrauner Farbe vorgesehen, die auf kreuzenden Radverkehr hinweisen sollen.

Jetzt lesen

Radfahrer müssen sich Straße mit Lkw teilen

Da es in Schwerte bisher keine alternierenden Schutzstreifen gibt und man auch nicht auf Erfahrungsberichte über die Auswirkungen auf den Verkehr zurückgreifen kann, möchte das Planungsamt die Anbringung der Schutzstreifen zunächst auf die Beckestraße begrenzen, um dort ihre Wirkung zu überprüfen. Die Radfahrer müssen sich die Fahrbahn auf der stark frequentierten Straße unter anderem mit Lkw teilen, die die angrenzenden Gewerbe beliefern oder die Beckestraße als Durchfahrtsstraße nutzen.

Für die Anbringung der Schutzstreifen und Piktogramme mit Heißplastik liegt der Verwaltung nun das Angebot einer Fachfirma für Markierungsarbeiten vor. Darin werden die geschätzten Kosten für die Maßnahmen an der Beckestraße auf 9.089,85 Euro beziffert. Am Dienstag, 17. September, wird das Thema in der Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur, Stadtentwicklung und Umwelt öffentlich diskutiert.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Nach Terror von Halle

Demonstration in der Fußgängerzone von Schwerte setzt starkes Zeichen gegen rechte Gewalt

Meistgelesen