Straßenschäden auf B54 - Ist das des Rätsels Lösung?

dzB54/Münsterstraße

An zwei Stellen auf der B54 ist die Fahrbahn abgesackt. Straßen NRW ist auf der Suche nach der Ursache. Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Darunter ist auch eine ungewöhnliche Vermutung.

Werne, Herbern

, 18.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was hat die beiden Straßenabsenkungen auf der B54/Münsterstraße Richtung Herbern verursacht? „Das wissen wir erst, wenn wir die Straße aufgemacht haben“, sagt Frank Hoffmann (53), Sachgebietsleiter Betrieb und Verkehr von Straßen NRW in Bochum, auf Anfrage der Redaktion.

Ist dort damals vielleicht schlechtes Material verbaut oder der Untergrund nicht richtig verdichtet worden? Im Ruhrgebiet würde man bei einem solchen Schaden sofort an Nachwirkungen des Bergbaus denken. Scheidet hier aus.

Direkt an den Schadensstellen wachsen große Bäume an der B54

Wer sich die beiden Stellen genau anschaut, einmal auf dem Knapp kurz hinter dem Kreisverkehr und dann weiter Richtung Herbern, Höhe Münsterstraße 50, kann eine identische Situation entdecken. Denn an beiden Schadstellen wachsen direkt am Straßengraben große Bäume.

Die Hypothese: In den beiden heißen Trockensommern in Folge könnte das Wurzelwerk der großen Gewächse den Untergrund großflächig auf der Suche nach Wasser ausgetrocknet haben. Kann es dadurch zu solchen Absenkungen kommen?

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„Man kennt ja das Phänomen des sogenannten Sommerfrostes“, sagt Burkhard Klinkhammer, Umweltexperte der Stadt Werne, auf Anfrage. „Durch lange Trockenperioden trocknet der Boden tief aus und es kommt zu Absenkungen.“ Dadurch seien bisweilen Risse an Gebäuden zu erklären.

Ob aber die Bäume ursächlich für die Fahrbahn-Unebenheiten an der B54/Münsterstraße infrage kommen, mag Klinkhammer nicht beurteilen: „So ein Phänomen ist möglich, mir aber noch nicht untergekommen.“ Vielleicht sei eine Kombination von verschiedenen Auslösern verantwortlich.

Schadensbild erst möglich, wenn Arbeiten begonnen haben

Auch Frank Hoffmann will die Vermutung mit den Straßenbäume nicht ausschließen: „Denkbar wäre es. Wir werden es erst sehen, wenn wir vor Ort arbeiten.“ Er kenne eher die Fälle, wo sich Jahre nach dem Fällen von Bäumen Schäden an der Oberfläche zeigen. „Die Wurzeln verrotten, es entstehen Hohlräume und dadurch kommt es dann zu Verschiebungen.“

In der Gegenrichtung keine Tempobegrenzung auf B54 nötig

Eine weitere Beobachtung stützt dagegen die Baum-Theorie. Auf der gegenüberliegenden Fahrspur sind keinerlei Absenkungen zu bemerken (daher sind dort auch keine Tempo-Begrenzungen nötig). Je näher man an den Baum herankommt, desto stärker sind die Schäden ausgeprägt.

Die Reparatur soll noch in diesem Jahr vor der Winterzeit erfolgen. Wie lange sie dauert, ob eine Vollsperrung der B54 nötig ist, entscheiden sich erst nach Start der Arbeiten.

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