Stolzenhoff zu Wilke-Skandal: „Den Lüner Fleischern kann man vertrauen!“

dzFleischer entsetzt

Belastete Lebensmittel von Wilke sind auch in Lünen gefunden worden. Der Kreis arbeitet an der Sicherstellung. Die Fleischer Stolzenhoff, Lewe und Scharbaum werben für regionale Produkte.

Lünen

, 12.10.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nachdem der Wurstskandal rund um mit Listerien-Bakterien belastete Produkte des hessischen Fabrikanten Wilke zu 37 Krankheitsfällen und drei Toten geführt hatte, gab es bundesweit Schlagzeilen.

Der Kreis spricht derzeit von rund 100 Fällen, die geprüft werden müssen. Helmut Stolzenhoff (66), Fleischermeister und Seniorchef des gleichnamigen Traditionsbetriebes in Lünen, zeigt sich darüber hinaus besorgt um den Ruf seiner Zunft.

„Den Lüner Fleischern kann man vertrauen“, so die Ansage im Gespräch mit der Redaktion am Freitag.

Kritik am System mit großen Kostendruck

Gleichzeitig schwingt im Gespräch auch Kritik am System mit durch. „Wer im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung unterwegs ist, der steht unter großem Druck“, sagt er zum Geschäft mit Großküchen oder Kantinen.

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Es werde Qualität erwartet, aber zu einem geringen Preis. Als Regionalvermarkter könne er da nicht mithalten. „Deshalb mischen wir in dem Bereich auch nicht mit“, so Stolzenhoff weiter. Qualität habe eben ihren Preis. Auch wenn’s um die Wurst geht.

Ähnliches hört man von anderen Lüner Fleischermeistern wie Markus Streter (Fleischerei Lewe) oder Wilhelm Scharbaum vom gleichnamigen Fachbetrieb.

Lüner Fleischer garantieren Qualität

„Ich glaube nicht, dass es in Lünen eine Fleischerei gibt, in der solche Zustände herrschen“, so Scharbaum in Bezug auf die bei Wilke festgestellten Mängel. Etwaige Bakterienbildung durch Überlagerung schließt Streter für seinen Betrieb gleich ganz aus. „Wir produzieren frisch für den nächsten Tag.“

Wurstprodukte von Wilke, so das klare Echo auf die Frage unserer Redaktion, hätten sich zu keinem Zeitpunkt hinter den Theken der drei Lüner Fleischereimeister befunden.

Stolzenhoff bringt es noch etwas deutlicher auf den Punkt: „Was meine Enkel und ich nicht essen, bekommt auch unser Kunde nicht.“

LISTE

FOLGENDE MARKEN SIND BETROFFEN

Hinter folgende Markennamen können sich auch Produkte von Wilke verbergen. Genau wie die Eigenmarke sind sie mit dem Identitätskennzeichen „DE EV 203 EG“ versehen.
  • Haus am Eichfeld
  • Metro Chef
  • Service Bund „Servisa“
  • CASA
  • Pickosta
  • Sander Gourmet
  • Rohloff Manufaktur
  • Schnittpunkt
  • Korbach
  • ARO
  • Findt
  • Domino
Die betroffenen Produkte können im Handel gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgegeben werden. Weitere Informationen gibt es auf den Homepages des Landes Hessen und beim LANUV.
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