Störche bereiten sich an der Hagener Straße für den Flug in den Süden vor

dzZugvögel

Auf einer Wiese an der Hagener Straße konnte man am Montag mehrere Dutzend Störche beobachten. Die Agon sieht darin ein sicheres Indiz für die baldige Abreise der Zugvögel in Richtung Süden.

Schwerte

, 13.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Jedes Jahr im August versammeln sich die Störche, um sich auf ihre Reise gen Süden vorzubereiten. Am Montag war bereits eine große Anzahl der Zugvögel auf einer Wiese an der Hagener Straße zwischen Wandhofen und Westhofen zu beobachten.

Die Wiese, welche direkt an der Autobahnbrücke der A45 liegt, bietet genug Platz für die rund 40 Tiere, um sich für die Reise zu wappnen. Die Zugvögel werden wohl erst in einigen Tagen Richtung Spanien und Afrika aufbrechen, und sich jetzt noch mit Futter für die lange Reise stärken. Dass sie sich sammeln, ist aber ein sicheres Zeichen für eine nahe Abreise, so Dieter Ackermann von der örtlichen Arbeitsgemeinschaft Ornithologie und Naturschutz (Agon).

Auch wenn es noch etwas früh sei für die alljährliche Reise, diese Zusammenkunft könne als klares Indiz dafür verstanden werden. „Die Jungtiere sind großgezogen und die Tiere sind bereit“, so der Experte.

Störche legen 300 Kilometer am Tag zurück

Dabei wählen die Tiere verschiedene Routen und auch verschiedene Ziele für ihr Winterdomizil wie der Naturschutzbund Nabu erläutert. Die häufigste Route stellt dabei der Weg über die Türkei und Israel bis hin zum Nil dar. Die Vögel folgen dabei dem Nil bis zur sudanesischen Grenze, wo sie unter anderem auch in der Serengeti oder anderen benachbarten Nationalparks den Winter verbringen.

Die zweite Route, die von vielen Tieren aus Westdeutschland, Frankreich und Spanien favorisiert wird, ist die Route über Spanien und der Straße von Gibraltar, die sie bis in die Sahara führt. Auf dieser Reise werden sie oftmals auch von anderen Vögeln wie beispielsweise Kranichen begleitet.

Trockener Sommer erschwerte die Nahrungssuche

Viele Vögel würden bei dieser Route allerdings mittlerweile ihren Flug verkürzen und oftmals bereits im Süden Spaniens verweilen, da sie dort auch genug Nahrung finden, um im Winter zu überleben. Während ihrer Reise legen die Störche dabei zwischen 150 und 300 Kilometer am Tag zurück. Dabei nutzen sie die warmen Aufwinde, die ihnen einen Segelflug erlauben, welcher für die Vögel deutlich energiesparender ist als der gewöhnliche Ruderflug.

Dass die Tiere sich dieses Jahr etwas früher für die Reise vorbereiten, kann auch daran liegen, dass der Sommer hierzulande besonders trocken war. Durch die Dürre war es für die Vögel schwieriger, ausreichend Nahrung zu finden, obwohl sie mittlerweile ihre Nahrung erweitert haben und neben Fröschen auch Mäuse, Regenwürmer und Insekten zu sich nehmen.

Auch die Region um Schwerte ist davon betroffen, sodass es dieses Jahr kein einziges Brutpaar im Schwerter Raum gab. Zwar wurden zwei Storchennester am Wuckenhof, Kötterbachstraße 2, und auf der Röllingswiese aufgebaut, diese haben bisher aber nicht den gewünschten Erfolg gebracht, meinte Dieter Ackermann.

Wenige Brutpaare in der Region um Schwerte entdeckt

Bisher seien die Nester kaum von den Störchen angeflogen worden. Auch in näherer Umgebung gib es laut der Agon wenige Brutpaare. So sei eines im Raum Bergkamen gesichtet worden, welches ihre Jungtiere dort großzog. Wann genau sich die Tiere gen Süden aufmachen, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Es sollte nun, da die Tiere sich bereits formieren, aber nicht mehr lange dauern.

Von Sascha-Nikolai Paschedag

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