Stockender Prozessauftakt um versuchten Mord im Knast

Bei einem Freigang im Innenhof des Bielefelder Gefängnisses soll ein 53-Jähriger versucht haben, einen Mithäftling mit einem abgebrochenen scharfkantigen Griff einer Kanne zu töten. Zum Prozessauftakt am Landgericht Bielefeld hat am Dienstag die Staatsanwaltschaft ihre Anklage verlesen. Der Vorwurf lautet auf versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung. Der Mann auf der Anklagebank hatte bereits vor vier Jahren im Rheinland für Schlagzeilen gesorgt. Damals lief er in mehreren Anwaltskanzleien Amok, tötete drei Menschen und legte zwei Brände. Rund 600 Polizisten hatten versucht, ihn in Düsseldorf und Erkrath zu stoppen.

20.11.2018, 13:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Stockender Prozessauftakt um versuchten Mord im Knast

Die Justizvollzugsanstalt in Bielefeld-Brackwede. Foto: Reimar Ott

Der Angriff im Februar 2017 hatte eine Vorgeschichte: Angreifer und Opfer saßen bereits gemeinsam in Düsseldorf im Knast. Dort soll der eine Häftling den anderen bei der Anstaltsleitung verpfiffen haben. Daher geht Staatsanwalt Frederik Meeth von einem Racheakt aus. Der in China geborene Angeklagte mit deutschem Pass sitzt nach einem Amoklauf 2014 im Rheinland eine lebenslange Freiheitsstrafe ab und kam daraufhin in Einzelhaft. Wegen einer Justizpanne wurden beide ins Gefängnis nach Bielefeld-Brackwede verlegt.

Zum Prozessstart äußerte sich der Angeklagte bislang nicht. Da ein geladener Gutachter wegen einer Terminpanne nicht erschien, wurde das Verfahren bereits nach Verlesung der Anklage unterbrochen. Der aus der JVA in Köln nach Bielefeld gefahrene 2017 angegriffene Häftling konnte nicht wie geplant aussagen.

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