Stockende Verhandlungen: BVB und Götze tun sich schwer

Die Einigung schien eigentlich Formsache. Doch die Verhandlungen zwischen Mario Götze und dem BVB dauern nun schon überraschend lange an. Dabei geht es nicht nur um Geld.

30.07.2019, 12:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stockende Verhandlungen: BVB und Götze tun sich schwer

Hat noch keinen neuen Vertrag bei Borussia Dortmund unterzeichnet: Mario Götze. Foto: David Inderlied

Viele Absichtserklärungen, aber noch immer kein Vollzug. Die Unterschrift von Mario Götze unter einen neuen Vertrag mit Borussia Dortmund lässt weiter auf sich warten. Dabei hatten beide Seiten schon im Januar baldige Verhandlungen mit hohen Erfolgsaussichten angekündigt.

Die offenbar ins Stocken geratenen Gespräche kommentierte Götze unlängst mit großer Gelassenheit. „Ich habe noch ein Jahr Vertrag und bin in jeglicher Hinsicht entspannt.“ En passant verwies er in der „Bild“ auf andere Optionen: „Ich gehe jetzt in meine zehnte Bundesligasaison - da ist es logisch, dass das Ausland in den Überlegungen auch mal eine Rolle spielt.“

Möglicherweise wollte der Weltmeister von 2014 mit dieser Aussage seine Verhandlungsposition verbessern. Denn laut Medienberichten plant sein derzeitiger Arbeitgeber eine Lohnkürzung. Demnach steht Götze in der Gehaltsliste angeblich weiter oben, als es seine sportliche Bedeutung für das Team widerspiegelt. „Eine Reduzierung seiner opulenten Bezüge wäre im Sinne der Gehaltshygiene bei dieser Argumentation folgerichtig“, kommentierten die „Ruhr Nachrichten“.

Dabei schätzen Profi und Verein einander. So schaffte der hochbegabte Götze beim BVB als Jungprofi den Sprung in die Nationalmannschaft. Obwohl er 2013 mit seinem Wechsel zum FC Bayern bei vielen Dortmunder Fans an Zuneigung verlor, war die Borussia drei Jahre später zu einer Rückholaktion bereit.

Doch anders als früher ist die Borussia - bei aller Wertschätzung für den 27 Jahre alten Edeltechniker - nicht mehr unbedingt auf ihn angewiesen. Mit dem Transfer des ehemaligen Mönchengladbachers Thorgan Hazard hat sich die Zahl an Profis erhöht, die wie Götze auch im zentralen Angriff spielen können. So beorderte Trainer Lucien Favre den belgischen Nationalspieler in den beiden Testspielen während der USA-Reise auf die zuletzt von Götze besetzte Position.

Zudem machte der zuletzt verletzungsanfällige und nur bedingt fitte Torjäger Paco Alcacer in den vergangenen Wochen sichtbare Fortschritte. „Paco ist dieses Jahr deutlich straffer, weil er die gesamte Vorbereitung mitmachen kann“, lobte Hans-Joachim Watzke. Zudem erinnerte der BVB-Geschäftsführer an die vielen Alternativen: „Wir haben ja auch noch Mario Götze, Thorgan Hazard und Jacob Bruun Larsen, die diese Position spielen können.“

Ähnlich wie Götze meldet auch Alcacer Ansprüche auf einen Stammplatz an. „Ich mag es nicht, auf der Bank zu sitzen, da ich eine sehr ehrgeizige Person bin“, sagte der Spanier in einem Sky-Interview.

Deshalb dürfte es für Götze in den Vertragsgesprächen nicht nur um Geld, sondern auch um seine sportlichen Perspektiven gehen. Wie schon in der Rückrunde der vergangenen Saison strotzt er derzeit vor Spielfreude. Ein Platz auf der Reservebank wären dem deutlichen Aufwärtstrend der vergangenen Monate wenig zuträglich. Ein erster Fingerzeig, wohin die Reise für ihn geht, dürfte die Startformation beim Supercup am kommenden Samstag gegen seinen ehemaligen Club FC Bayern geben.

Bis dahin ist der Vertragspoker ausgesetzt. „Es wird hier in Bad Ragaz keine Gespräche geben“, antwortete BVB-Sportdirektor Michael Zorc auf Fragen nach dem Zeitplan für weitere Verhandlungen.

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