Stimmung in der NRW-Wirtschaft trübt sich weiter ein

Die Stimmung in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft wird immer schlechter. Zuletzt hätten die Unternehmen im bevölkerungsreichsten Bundesland ihre Geschäftsaussichten im Krisenjahr 2009 ähnlich skeptisch wie heute beurteilt, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten NRW.Bank.ifo-Geschäftsklima. Auch die Einschätzung der aktuellen Lage habe sich weiter verschlechtert.

05.11.2019, 12:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Stimmung in der NRW-Wirtschaft trübt sich weiter ein

Frisch renovierte Wohnhäuser stehen in der Kannebäckersiedlung. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

Größtes Sorgenkind für die NRW-Konjunktur ist demnach die Industrie. Erstmals seit Mai 2010 beurteilten die Firmen ihre aktuelle Geschäftslage eher negativ. Die Zukunftserwartungen der Unternehmen sind bereits seit über einem Jahr im Minus. Die Kombination aus negativer Geschäftslage sowie pessimistischen Erwartungen deute auf eine Rezession in der nordrhein-westfälischen Industrie hin, betonten die Experten.

Dies spiegele sich auch in der Kapazitätsauslastung wider, die im dritten Quartal um fast einen Prozentpunkt auf 81,1 Prozent sank. Sie lag damit unter ihrem langfristigen Durchschnitt von 84,4 Prozent. Auch der Anteil der Industriebetriebe mit Kurzarbeit hat sich zuletzt nahezu verdoppelt - auf 4,4 Prozent. In den nächsten drei Monaten plant sogar über ein Zehntel der Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe Nordrhein-Westfalens, Kurzarbeit zu beantragen.

Die Eintrübung des Geschäftsklimas in NRW betrifft sämtliche Branchen. Besonders ausprägt ist sie in der Bauwirtschaft. Ausgerechnet in der Branche, die sich in den vergangenen Monaten als wichtiger Stabilitätsanker für die nordrhein-westfälische Wirtschaft erwiesen hat, habe die Skepsis bezüglich der künftigen Aussichten deutlich zugenommen, berichteten die Konjunkturexperten. Neben dem öffentlichen Hochbau zeige nun auch der Wohnungsbau zunehmend Schwächen.

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