Stiftung Warentest zu Adipositas: Das hilft wirklich beim Abnehmen

Gesundheit

Immer mehr Menschen leiden an krankhaftem Übergewicht. Einen Überblick mit Möglichkeiten zum Gegensteuern hat die Stiftung Warentest erstellt. Nicht nur Ernährung und Sport spielen eine Rolle...

von Saskia Bücker

, 19.12.2019, 15:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stiftung Warentest zu Adipositas: Das hilft wirklich beim Abnehmen

Da starkes Übergewicht häufig auch die Psyche belastet, empfehlen viele Experten eine Therapie in Anspruch zu nehmen. Wer sich gut fühlt und positiv denkt, hat eine viel bessere Ausgangslage, um abzunehmen. © dpa

Jeder vierte Erwachsene in Deutschland ist fettleibig, besagt eine Erhebung der OECD vom Oktober 2019. Prognosen gehen davon aus, dass die Zahl Übergewichtiger noch steigen wird. Unter Fachleuten spricht man ab einem Body-Mass-Index von 30 von der chronischen Erkrankung Adipositas.

Mögliche gefährliche Folgen: Bluthochdruck, ein steigendes Diabetes-Risiko, aber auch psychische Erkrankungen. Wer gegensteuern will, sollte verschiedene Wege gleichzeitig einschlagen, empfiehlt die Stiftung Warentest in ihrer „test-“Januarausgabe.

Ein neuer Ernährungsplan

Ihre Essgewohnheiten sollten Patienten schrittweise ändern. Hilfe können sie sich bei Ernährungsberaten holen. Dieser erstellt einen Ernährungsplan, der dauerhaft im Alltag umgesetzt wird. Gemeinsam wird nach Alternativen zu sehr kalorienreichen, zuckerhaltigen und fettigen Produkten gesucht. Ganz wichtig sind laut dem „test“-Bericht auch regelmäßige Mahlzeiten. Fernsehen und Computer sind während des Speisens tabu.

In Bewegung kommen

Wer im Alltag in Schwung kommt, verbraucht auch mehr Kalorien. Dabei muss es nicht gleich ein Triathlon sein. Ein Anfang kann zum Beispiel sein, Treppen zu steigen, statt den Fahrstuhl zu nehmen, sowie zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Für Übergewichtige eignet sich auch gelenkschonender Sport wie Schwimmen oder Walken.

Eine Psychotherapie starten

Jeder Fünfte mit schwerer Adipositas leidet an Depression, mehr als jeder Dritte an einer Essstörung und jeder Zwölfte an einer Angsterkrankung, ergab eine Studie des Uniklinikums Tübingen. Weil starkes Übergewicht nicht nur den Körper, sondern oft auch die Seele belastet, empfehlen Experten eine Psychotherapie.

„Adipositas ist keine ausschließlich psychische Erkrankung, dennoch gibt es viele psychologischen Faktoren, die sie mitbedingen können“, sagte auch der Ernährungsmediziner Thomas Huber von der Bad Oeynhauser Klinik am Korso gegenüber der Stiftung Warentest. Essen stille nicht nur den Appetit, es könne auch Trost spenden.

Eine Verhaltenstherapie könne dabei helfen, den veränderten Lebensstil durch die Ernährungsumstellung durchzuhalten. „Manchmal hilft eine Psychotherapie dabei, überhaupt erst die Motivation zu Sport oder Ernährungsumstellung zu wecken“, heißt es im Bericht.

Mit Hilfe des Therapeuten könnten Patienten auch mögliche Depressionen, Ess- oder Angststörungen feststellen, die extremes Übergewicht mitbedingen können - oder Folge davon sind.

Verzicht auf Schlankmach-Medikamente

Pillen können Sport und einen neuen Ernährungsplan nicht ersetzen. Es gibt verschreibungspflichtige und rezeptfreie Medikamente, die den Appetit zügeln und auf Dauer schlank machen sollen. Arzneimittel-Experten der Stiftung Warentest raten allerdings zum Verzicht auf viele der Schlankmacher.

Amphetamine versprechen beispielsweise schnelle Erfolge. Es bestehe aber eine hohe Suchtgefahr. Laut der Tester ist auch mit massiven Nebenwirkungen zu rechnen: etwa Herzrasen, Unruhe, Schwindel und Schlafstörungen.

Letzte Option: Eine Magenverkleinerung

Liegt der Body-Mass-Index (BMI) über 40, ist eine Operation am Magen eine Möglichkeit, gesundheitsgefährdendes Gewicht zum Schrumpfen zu bringen. Dafür sollten Patienten aber psychisch stabil sein, rät Stiftung Warentest. Mit dem Eingriff ist es zudem nicht getan. Es ist mit einer jahrelangen Nachbetreuung zu rechnen, in Kombination mit den anderen Behandlungsansätzen.

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