Stickstoff-Wert auf der B236 in Schwerte gestiegen - Was sagt die Deutsche Umwelthilfe?

dzDiesel-Fahrverbot?

Droht auch für die B236 in Schwerte ein Diesel-Fahrverbot? Der gemessene Stickstoffdioxid-Wert ist leicht gestiegen und liegt über dem Grenzwert. Will die Umwelthilfe auch hier klagen?

Schwerte

, 05.02.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Maximal 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft - mehr darf es nicht sein an NO2. Schwerte liegt seit Jahren darüber: Seit 2015 liegt der Jahres-Mittelwert immer bei 44 bis 46.

So ist es wohl auch 2018. Zwar gehört die Messstation an der B236 nicht zu den 399 der 531 Stationen, für die das Umweltbundesamt die Zahlen schon veröffentlicht hat. Doch es gibt eine eindeutige Tendenz.

Zwei Möglichkeiten, den Wert zu messen

Generell können die Werte auf zwei Arten gemessen werden: entweder teuer mit Messfühlern und großen Containern am Straßenrand oder relativ günstig mit Passivsammlern. Das sind kleine Dosen mit Glasröhrchen, die monatlich gewechselt und dann im Labor ausgewertet werden. Diese Variante gibt es auch an der B236 - dort, wo die Hörder Straße zur Béthunestraße wird.

In den ersten drei Quartalen 2018 lag der Wert dort bei 46 Mikrogramm. Die Röhrchen der Monate Oktober bis Dezember allerdings seien noch im Labor, erläutert Birgit Kaiser de Garcia, Sprecherin des Landesamtes für Umwelt und Verbraucherschutz NRW (Lanuv). Die Ergebnisse gebe es wohl erst Mitte März.

Im Winter steigt die Belastung oft sogar

Dass der Wert in den letzten Monaten 2018 noch gesunken ist? Unwahrscheinlich. In den Wintermonaten gebe es häufig Wetterlagen, die zu hohen Werten führten, erläutert die Lanuv-Sprecherin. Bei einer Inversionswetterlage etwa können Schadstoffe nicht in die Höhe steigen, bleiben also am Boden und ziehen länger in das Messröhrchen.

Außerdem gilt die einfache Gleichung: Je mehr Stau, desto höher die Belastung. Und der November ist traditionell der Monat, in dem es wenig Urlaube und viel Stau gibt.

Stickstoff-Wert auf der B236 in Schwerte gestiegen - Was sagt die Deutsche Umwelthilfe?

Die kleinen Röhrchen sammeln jeweils einen Monat lang die Schadstoffe. Dann werden sie ausgetauscht und ins Labor gebracht. © Foto: Björn Althoff

Wie steht es aus mit einem Fahrverbot in Schwerte?

Schwerte ist kein Einzelfall. An vielen Messstellen in der Region wird der Grenzwert nicht eingehalten. Das gilt für Dortmund mit seinen zwei Messstellen an der B1 ebenso wie für Hagen mit dem Märkischen Ring. Mindestens zehn Städte in NRW sind - teils noch sehr deutlich - von den 40 Mikrogramm entfernt.

Und da das Stickstoffdioxid in Städten zu einem großen Teil aus Diesel-Abgasen stammt, drohen Fahrverbote. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) führt nach eigenen Angaben Gerichtsverfahren für saubere Luft in 34 Städten - davon 14 in NRW.

Auch in Schwerte? Dazu erklärt Dorothee Saar, bei der DUH Leiterin Verkehr und Luftreinhaltung: „Wir scannen jetzt nicht die Liste durch und werden sofort aktiv.“ Es sei nicht so, dass die Umwelthilfe Blanco-Vordrucke in der Schublade hätte, um dann für jeden neuen Wert eine neue Klage vorzubereiten. „Aber natürlich behalten wir uns rechtliche Schritte vor.“

Mehr Fahrräder? Mehr Busse und Bahnen? An der Hörder Straße?

Generell gehe es nicht nur um ein Fahrverbot für Diesel, um die NO2-Belastung zu senken. Man rege auch anderes an: Können Busse und Bahnen für weniger Verkehr an der betroffenen Straße sorgen? Bekommt man mehr Leute dazu, aufs Rad umzusteigen? Kann man mehr Park-and-Ride-Parkplätze oder über andere Wege erreichbare Parkplätze und Parkhäuser schaffen? Können die Busse, die über die betreffende Straße fahren, umgerüstet werden? Wie sieht es überhaupt mit dem Luftreinhalteplan in dieser Stadt aus? Ist da etwas Neues in Arbeit?

Wenn es um die B236 in Schwerte geht, laufen die meisten dieser Fragen allerdings ins Leere. Über die Hörder Straße kommt der Durchgangsverkehr ebenso wie der Stau-Umfahrer und der In-die-Innenstadt-Woller. Dass sich dieses Nadelöhr unter den beiden Brücken kurz vor der Béthunestraße abschaffen lässt? Mehr als unwahrscheinlich.

Umso wahrscheinlicher also, dass die DUH auch für Schwerte bald das beantragt, was sie anderswo schon erfolgreich durchgesetzt hat: ein Diesel-Fahrverbot.

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NO2-Wert an der Konrad-Zuse-Straße sogar gesunken

Immerhin unproblematisch ist der zweite Stickstoffdioxid-Wert, der aus Schwerte stammt. Er wird allerdings auch an einem Ort mit vergleichsweise wenig Verkehr gemessen: an der Konrad-Zuse-Straße. Dort ist der Wert für 2018 bereits ermittelt: Er sank von 23 auf 21 Mikrogramm.

Mit Material von dpa.

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