Steuerzahlerbund: Gebührenvergleich für Abwasser und Müll

Vier Personen, ein Haus, 120-Liter-Abfalltonne - doch zig verschiedene Entsorgungsgebühren in den 396 Kommunen in NRW. Der Bund der Steuerzahler legt den Finger alljährlich in die Wunde.

20.08.2019, 05:13 Uhr / Lesedauer: 1 min
Steuerzahlerbund: Gebührenvergleich für Abwasser und Müll

Ein junger Mann schüttet Abfall in eine Mülltonne. Foto: Frank Rumpenhorst/Archivbild

Der Bund der Steuerzahler stellt am Dienstag (10 Uhr) in Düsseldorf die aktuelle Entwicklung der Abwasser- und Müllgebühren in Nordrhein-Westfalen vor. In den vergangenen Jahren ergab der Vergleich riesige Preisdifferenzen zwischen den 396 Städten und Gemeinden. Demnach musste in den teuersten Gemeinden vier bis fünf Mal mehr für die Abfall- und Abwasserentsorgung gezahlt werden als in den günstigsten.

In den Berechnungen des Steuerzahlerbunds führte in den vergangenen Jahren stets Münster die Liste der Kommunen mit den höchsten Abfallgebühren an. Dort musste ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt demnach zuletzt 564 Euro Jahresgebühr für die 14-tägige Leerung von 120-Liter-Tonnen Rest- und Biomüll zahlen - gut viermal mehr als in der preiswertesten Gemeinde Dahlem im Kreis Euskirchen.

Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie des Forschungsunternehmens IW Consult für den Eigentümerverband Haus und Grund führt NRW bei den Müllgebühren sogar bundesweit die Liste der teuersten Kommunen an. Diesen Berechnungen zufolge waren Leverkusen, Moers und Bergisch Gladbach am kostspieligsten - Bonn hingegen, zumindest in NRW, am günstigsten.

Der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) hält weder die Berechnungen des Forschungsunternehmens noch die des Steuerzahlerbundes für stichhaltig. Die zugrunde gelegten Zahlen bildeten nicht die realen Verhältnisse vor Ort ab, kritisiert der VKU. Unterschiedliche Standortfaktoren - etwa landschaftliche Besonderheiten oder uneinheitliche Kundenstrukturen in Einfamilien- oder Hochhausgebieten - würden nicht angemessen berücksichtigt, sondern „Äpfel mit Birnen verglichen“. Zudem werde nicht einkalkuliert, dass kommunale Entsorger keinen Gewinn erzielen dürften und kostendeckend arbeiten müssten. Ähnliche Einwände hatten einige Städte an der Spitze des Rankings geäußert.

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