Statt zu meckern, einfach mal Danke sagen an die vielen Ehrenamtlichen

dzMeinung am Mittwoch

Ist Ehrenamt out? Nein, sagt unsere Gastautorin, Pfarrerin Kira Engel. Sie hat eher positive Erfahrungen mit Menschen gemacht, die sich ehrenamtlich engagieren.

von Kira Engel

Lünen

, 28.08.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist mal wieder nicht genug. Nicht genug Geld. Nicht genug Engagement. Nicht genug Nachfrage. Wenn Ende des Jahres die ehrenamtlich geführte Bücherei „Bücherwurm“ in Horstmar schließt, dann scheint dies ein weiteres Beispiel dafür zu sein, dass der ehrenamtliche Einsatz der Bürgerinnen und Bürger hierzulande nachlässt. So wie gefühlt auch das freundliche Miteinander, die gute Nachbarschaft und der gegenseitige Respekt zu schwinden scheinen.

Statt zu meckern, einfach mal Danke sagen an die vielen Ehrenamtlichen

Gastautorin Kira Engel. © Quiring-Lategahn

Gastautorin Kira Engel ist Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Horstmar-Preußen.

Aber nicht nur die Statistiken, sondern auch meine Erfahrungen sehen ganz anders aus. Jeden Tag begegne ich zahlreichen Menschen, die sich in ganz unterschiedlichen Bereichen engagieren. Oft bekommen sie kein Geld, wenn es gut läuft, gerade mal eine Aufwandsentschädigung. Jeder Dritte setzt in Deutschland seine Zeit für andere ein und die Zahl wächst. Was wären wir ohne die Menschen, die sich in der Feuerwehr, im Förderverein des Kindergartens, im Blutspendemobil, im Naturschutz, im Krankenhaus, im Sportverein, im Chor, in der Politik, in der Elterninitiative der Grundschule, in der Kirchengemeinde, im Tierheim und an unzähligen anderen Orten engagieren!

Dank an diejenigen, die sich mit Herzblut einsetzen

Statt sich über den Rückgang und die mangelnde Einsatzbereitschaft zu beklagen, sollten wir lieber all denen danken, die sich jeden Tag aufs Neue und mit viel Herzblut einsetzen.

Von offizieller Seite geschieht dieser Dank vor allem über die Ehrenamtskarte. Wer sie wegen seines ehrenamtlichen Engagements bekommt, kann sich über vergünstigte Eintrittsgelder oder Sonder-Rabatte freuen. Und wird wie letzten Freitag einmal im Jahr zu einer großen Dankeschön-Feier eingeladen. Bei einem Besuch der Feuerwehrhauptwache gab es nicht nur einen interessanten Einblick in den sonst unzugänglichen Feuerwehralltag. Vor allem gab es im Miteinander auch das bestärkende Gefühl: Ich bin in meinem Ehrenamt nicht allein unterwegs.

Solche Aktionen sind ein guter Anfang und sicher motivierend für alle Teilnehmenden. Aber sicher noch motivierender wäre ein Dank von vielen Seiten und das nicht nur einmal im Jahr.

Ehrenamtliche Arbeit lohnt sich auf jeden Fall

Darum: Danke an alle, die sich einsetzen! Danke an alle, die Stühle schleppen, Kuchen backen, Gelder verwalten, Blumen pflanzen, Kranke besuchen, Würstchen grillen, Fische zählen, Müll aufsammeln oder Theater spielen!

Und wenn wir öfter mal Danke sagen statt nur über den fehlenden Einsatz zu meckern – dann motiviert das vielleicht auch noch den einen oder die andere, die bisher noch nicht engagiert waren, sich jetzt auch eine Aufgabe zu suchen und Zeit für andere einzusetzen. Ich kann sagen: Es lohnt sich auf jeden Fall!

An dieser Stelle schreiben jeden Mittwoch im Wechsel unsere Gastautoren. Es sind:
  • Kira Engel, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Horstmar-Preußen
  • Maren Feldmann, Geschäftsführerin Küchen Schmidt
  • Marie Hirschberg, Studentin, ausgezeichnet mit dem Förderpreis Kultur der Stadt Lünen
  • Heinz Werner Kleine, Chemielaborant und Kunstsammler
  • Björn Schreiter, Architekt
  • Kevin Tigges, Studienreferendar und Akteur bei „Abgedreht! Filmcrew“
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