Starenkasten-Attrappe gebastelt: Verfahren eingestellt

Ein Tischler, der mit einer selbstgebastelten Starenkastenattrappe Tempo 30 in seinem Viertel in Köln-Holweide durchsetzen wollte, ist vor Gericht glimpflich davongekommen. Sein Verhalten wecke Sympathie, bleibe aber dennoch strafbar, sagte die Amtsrichterin am Montag. Sie stellte das Verfahren dennoch ohne Auflagen ein, weil der Angeklagte offenbar nicht gewusst habe, dass seine Handlung verboten war und weil er niemandem schaden wollte. Ein Autofahrer hatte den 36-Jährigen im April 2018 wegen Amtsanmaßung angezeigt.

10.12.2018, 15:48 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Mann hatte die Starenkasten-Attrappe an seinem Haus aufgestellt. Vor Gericht räumte der Angeklagte ein, dass er die Attrappe an einem Samstagnachmittag im Jahre 2015 mit seinen heute neun und elf Jahre alten Kindern gebastelt habe. „Meine Kinder hatten Angst über die Straße zu gehen“, sagte der gelernte Tischler vor Gericht. „Da habe ich mir gedacht, mache ich mir mit meinen Kindern doch einen schönen Bastelnachmittag.“

Zuvor hatte er laut Angaben vor Gericht mehrmals Stadt und Polizei kontaktiert und um Geschwindigkeitskontrollen gebeten. Auch, weil sich in der Nähe der S-Kurve ein Kindergarten, eine Gesamtschule und ein Naherholungsgebiet befänden. „Ich wollte den Leuten nur ins Bewusstsein rufen, dass hier Tempo 30 ist. Mein Ziel war es nicht, Amtshandlungen zu untergraben“, rechtfertigte sich der Angeklagte.

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