Stahlbad FC Bayern: Arp will bei Lewandowski lernen

Fiete Arp legt einen erfrischend unverkrampften Start beim FC Bayern hin. Der 19-Jährige ist als Azubi nach München gekommen - und glaubt an eine Zukunft im Profiteam. Der Trainer gibt ihm einen guten Rat.

10.07.2019, 11:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stahlbad FC Bayern: Arp will bei Lewandowski lernen

Neu beim FC Bayern: Fiete Arp. Foto: Matthias Balk

In seinem neuen Leben beim FC Bayern muss sich Fiete Arp noch zurechtfinden. Das fängt bei der Verständigung an.

„Erstmal muss ich mich natürlich an die Sprache gewöhnen, an den anderen Lebensstil hier“, berichtete das 19 Jahre alte Sturmtalent, das den gewaltigen Sprung vom Fußball-Zweitligisten Hamburger SV zum deutschen Rekordmeister wagt, bei seiner erfrischend unverkrampften Vorstellung in München: „Wenn hier die Eigengewächse zwischendurch mal den bayerischen Plausch auspacken, dann wird es sehr schwer, mitzukommen. Aber sie wiederholen es dann auf Hochdeutsch für mich.“

Arp trainierte zuletzt schon mal ein paar Tage bei der zweiten Mannschaft mit, um sich besser für den herausfordernden Einstieg bei den Profis zu wappnen. Dort dürfte der Dialekt noch das geringste Problem für ihn sein. Denn waschechte Bayern wie Thomas Müller sind in dem internationalen Starensemble längst eine Rarität. Arp wird erstmal versuchen müssen, das sportliche Niveau mitzugehen. Denn viele fragen sich ja: Was will der große FC Bayern mit Fiete Arp?

Der U19-Nationalspieler weiß selbst, dass er ein Azubi ist. Aber er traut sich den riesigen Schritt zu, an dem so manches Talent beim FC Bayern gescheitert ist. Eine schnelle Ausleihe an einen anderen Club ist für ihn darum kein Thema. „In erster Linie denke ich, dass meine Zukunft hier im Verein liegt. Für mich gilt es, die Umstände hier auszuschöpfen und mich weiterzuentwickeln“, sagte er entschlossen.

Die Zeit beim HSV, als er mit 17 im Bundesliga-Abstiegskampf in Anlehnung an Club-Ideol „Uns Uwe“ Seeler zu „Uns Fiete“ emporgejazzt wurde, ehe er in der vergangenen Saison zum Reservisten in der 2. Liga nur mit einem Treffer abstürzte, bewertet er im Nachhinein als Reifeprozess: „Ich habe in jungen Jahren gelernt, schlechte Phasen im Profigeschäft einzuordnen, dass sie nicht zu vergleichen sind mit einer Torflaute in der U17.“

In München geht das Stahlbad weiter. Hier kann und will der junge Mittelstürmer von den Besten lernen, allen voran Robert Lewandowski, „einer der erfolgreichsten Stürmer weltweit“, wie Arp ehrfürchtig feststellte: „Es gibt als 19-Jähriger keinen besseren Mitspieler, von dem man sich Sachen abgucken kann. Er ist ein kompletter Spieler auf seiner Position. Da kann man sich Tricks und Tipps holen.“

Für die Bayern ist Arp bei einer Ablöse von drei Millionen Euro und einem Vertrag bis 2024 ein Langzeitprojekt ohne größeres Risiko. „Fiete hat sehr großes Potenzial. Er ist ein Spieler, der in seinem Jahrgang seinesgleichen sucht. Aber er ist jetzt auch ein Männerspieler geworden. Er ist in einem sehr großen Club angekommen. Wir müssen ihm die Zeit geben, um zu reifen“, sagte Niko Kovac. Der Trainer fügte entschieden hinzu: „Der Club hat Ideen, warum er das gemacht hat.“

Arp solle „alles aufsaugen von seinen Idolen, die vor ihm spielen“, riet Kovac, „damit er so schnell wie möglich besser wird. Wenn die Chance besteht, wird er hier oben auch Minuten bekommen.“ Wenn nicht, wird er häufiger unten beim FC Bayern II in der 3. Liga auflaufen. „Über das Training alleine wird es nicht reichen“, erklärte Kovac.

Es ist aber jetzt auch eine Aufgabe des Trainerteams mit Neuzugang Hansi Flick, Arps Potenzial zu entwickeln. Louis van Gaal traute sich vor zehn Jahren auch, den blutjungen Thomas Müller spielen zu lassen. Joshua Kimmich kam 2013 - wie Arp - als Zweitligaspieler aus Leipzig. Pep Guardiola formte den damals 20-Jährigen zum Nationalspieler.

Davon träumt auch Arp. Stürmer können auch in wenigen Spielminuten zünden - etwa mit Joker-Toren. Das bayerische „Mia san mia“ hat der Norddeutsche jedenfalls in kürzester Zeit aufgesaugt. Alles sei „nochmal um einige Stufen größer“ als in Hamburg, schwärmte Arp: „Die Ambitionen sind andere. Die Identifikation, die die Spieler hier leben, färbt in wenigen Tagen auf einen ab.“

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