Städteranking: Kein vorderer Platz für Nordrhein-Westfalen

Städterankings sind für NRW selten Grund zur Freude. Auch eine neue Untersuchung ist da keine Ausnahme. Dem Ruhrgebiet machen die Autoren aber Hoffnung: Berlin könnte für sie ein Vorbild sein.

21.11.2019, 15:10 Uhr / Lesedauer: 1 min

Berlin ist besonders dynamisch, München steht am besten da - für NRW-Städte reicht es nicht einmal zu einem Platz in den Top Ten. Das sind Ergebnisse des diesjährigen Städterankings des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Zusammenarbeit mit der „Wirtschaftswoche“ und dem Internetportal Immobilienscout24. Die Landeshauptstadt Düsseldorf belegt bei der Bewertung der aktuellen Situation (Rang 13) und der Wirtschaftsdynamik (Rang 18) den besten Platz einer NRW-Stadt. Bei den Zukunftsaussichten verbesserte sich Köln um sechs Positionen auf Rang 11 und ist damit in dieser Liste die bestplatzierte Stadt aus NRW.

Die Großstädte des Ruhrgebiets bilden weiter die Schlusslichter des Städterankings. Die Autoren der Studie sehen aber Entwicklungschancen. Pluspunkte seien unter anderem der vergleichsweise günstige Wohnraum, die dichte Besiedlung, attraktive Kulturangebote, die zahlreichen Hochschulen und Forschungsinstitute sowie die gute Erreichbarkeit der Region mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das Revier weise viele Merkmale auf, mit denen Dynamik-Spitzenreiter Berlin seit vielen Jahren punkte.

Mit einem leistungsstarken Glasfasernetz könnten strukturschwache Städte im Revier neue Unternehmen anlocken und ihre Standortattraktivität verbessern. Daran hapere es aber noch, kritisieren die Autoren. Als Beispiel verweisen sie auf Dortmund und Bochum, wo es an den Hochschulen Lehrstühle im Bereich der künstlichen Intelligenz und Cyber-Sicherheit gebe. Beide Städte wiesen jedoch nur einen minimalen Glasfaserausbau auf. Mit einer guten Glasfaserversorgung könnten sie sich einen entscheidenden Vorteil im nationalen Wettbewerb verschaffen.

Für die jährliche Untersuchung vergleicht die Gesellschaft IW Consult des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft die aktuelle Lage, Veränderungsraten bestimmter Indikatoren (Dynamik) sowie Zukunftsperspektiven kreisfreier Städte mit mehr als 100 000 Einwohnern. Analysiert werden Faktoren wie Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt, Immobilien, Forschungsstärke, Zukunftsindustrien und Lebensqualität.

Andere Analysen kommen teils zu etwas anderen Ergebnissen. Eine Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) und der Privatbank Berenberg ordneten kürzlich Köln (Platz 5) und Düsseldorf (Platz 10) unter die die Top Ten der 30 größten deutschen Städte ein.

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