Stadtwerke fordern strenge Auflagen bei Innogy-Übernahme

Mehrere Stadtwerke und Regionalversorger haben die EU-Kommission aufgefordert, die Übernahme der RWE-Tochter Innogy durch den Essener Energieriesen Eon zu untersagen. Zumindest müssten die Wettbewerbshüter Eon strenge Auflagen machen, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Appell. Die Regionalversorger befürchten, dass Eon nach der Innogy-Übernahme „Kampfpreise anbieten, kleinere Konkurrenten verdrängen und so den Markt verschließen“ könnte.

26.08.2019, 14:43 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eon-Chef Johannes Teyssen hatte solche Bedenken wiederholt zurückgewiesen. Der Wettbewerb sei „in keiner Weise gefährdet“. Jeder Verbraucher könne unter rund 100 Anbietern auswählen. Die EU-Kommission prüft derzeit die von Eon und RWE geplante Neuaufteilung ihrer Geschäftsfelder.

Eon will das Netz- und Vertriebsgeschäft der RWE-Tochter Innogy übernehmen. Im Gegenzug soll RWE die komplette Ökostromerzeugung von Innogy und Eon erhalten. Das Ergebnis der Prüfungen durch die EU-Kommission erwartet Eon im September. Den RWE betreffenden Teil der Vereinbarung hat die Wettbewerbsbehörde bereits genehmigt. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ berichtet.

Die sich an Brüssel wendenden Regionalversorger verlangen unter anderem, dass Eon die Energie-Discountmarke „E - wie einfach„ und „E-primo“ verkaufen und sich von allen Beteiligungen an Stadtwerken trennen muss. Bei den Strom- und Gasnetzen dürfe Eon auf keiner Ebene mehr als ein Drittel des jeweiligen Gesamtmarktes erreichen.

Zu den Unterzeichnern des „gemeinsamen Standpunkts“ gehört mit Mainova aus Frankfurt einer der größten regionalen Energieversorger in Deutschland. Getragen wird der Appell unter anderem auch von den Leipziger Stadtwerken, der Aachener Stawag und dem hessischen Regionalversorger Entega.

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