Stadtmauer am jüdischen Friedhof wird fit gemacht für die Zukunft

Sanierung der Stadtmauer

Die Stadtmauer am jüdischen Friedhof wird auf Vordermann gebracht. Brüchige Steine und herausgezogenes Mauerwerk sorgten dafür, dass an der historischen Stadtmauer Handlungsbedarf bestand.

Werne

, 02.10.2018, 15:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stadtmauer am jüdischen Friedhof wird fit gemacht für die Zukunft

Die Stadtmauer am jüdischen Friedhof wird saniert. © Mario Bartlewski

Das Dröhnen des Bohrhammers ist laut und schon vom jüdischen Friedhof zu hören. In kurzen Unterbrechungen ertönt das dumpfe Geräusch eines Hammers, der auf einen Meißel einschlägt. Auf dem jüdischen Friedhof tut sich etwas.

Seit knapp einer Woche restaurieren Mitarbeiter des Steinmetzbetriebs Schlüter die Stadtmauer. Doch die ist derzeit löchriger als vor den Arbeiten. Der Grund: Die brüchigen Steine werden gerade aus der Stadtmauer herausgeholt.

Steinmetzbetrieb kümmerte sich schon ums Kapuzinerkloster

Etwa 350 bis 400 Steine haben die Arbeiter auf der dem Friedhof zugewandten Seite entnommen, auf der anderen Seite der Mauer kommen noch 200 weitere hinzu. „Wir müssen sehr behutsam vorgehen“, sagt Klaus Pankuk von der Firma Schlüter.

Dafür schneidet er an der betroffenen Stelle der knapp 35 Meter langen Mauer zunächst die Fugen an, bevor er die Steine ausarbeitet und später ersetzt. Wie alles funktioniert, wissen die Arbeiter ganz genau. So war der Steinmetzbetrieb Schlüter bereits für die Restaurierung der Kaupuzinerkloster-Mauer zuständig.

Stadtmauer am jüdischen Friedhof wird fit gemacht für die Zukunft

Klaus Pankuk schneidet die Fugen an. © Mario Bartlewski

Bis Anfang November sollen die 16.500 Euro teuren Arbeiten erledigt sein, von denen das Land 70 Prozent fördert „Dass uns solche Kulturerbe erhalten bleiben, ist unheimlich wichtig“, sagt der Friedhofsbeauftragte Wolfgang Polak.

Er ist für den Landesverband der jüdischen Gemeinden Westfalen-Lippe tätig, der im Besitz des Friedhofs ist. Einmal im Jahr schaut er sich jeden der 251 Friedhöfe an, für die er in Westfalen-Lippe zuständig ist, und stellt fest, wo Handlungsbedarf besteht.

Bessere Pflege für die Stadtmauer

Vor 500 Jahren wurden die ersten jüdischen Familien in Werne registriert. Seitdem ist die jüdische Kultur mit Werne verwurzelt – „und das sollen die Menschen auch noch in 100 Jahren hier sehen können“, sagt Polak.

Damit das möglich ist, soll auch die Mauer zukünftig besser gepflegt werden. Nach der Restaurierung reinigen die Arbeiter die Mauer mit einem Hochdruckreiniger, um Moos und Algen abzuspülen.

Doch auch danach soll sich etwas tun. „So wie jetzt soll die Mauer nicht mehr mit Efeu zuwachsen“, verspricht Gisbert Bensch, der sich bei der Stadt unter anderem um Friedhofsangelegenheiten kümmert. Darauf will die Stadt ein Auge haben.

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