Stadt legt der Politik die Müllgebühren-Kalkulation für 2019 vor

dzRat muss entscheiden

Die Gebührenrunde 2019 kommt auf die politische Tagesordnung. Bei der Abfall-Entsorgung erhöhen sich mehrere Kostenpositionen. Die Bürger sollen trotzdem verschont bleiben.

Lünen

, 18.11.2018, 16:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei den Abfallgebühren plant die Stadt eine Nullrunde. Heißt: 2019 sollen die Bürger für die Leerung der Restmüll- und der Bio-Tonnen exakt so viel bezahlen wie 2018. So steht es in der Beschlussvorlage, mit der sich am Mittwoch, 28. November, zunächst der Ausschuss für Sicherheit und Ordnung befasst. Die finale Entscheidung trifft am 13. Dezember der Rat der Stadt.

290.000 Euro Mehrkosten bei Restmüll

Eine Reihe von Kostenpositionen sprechen eigentlich gegen die Nullrunde: Beim Restmüll zum Beispiel wird der Kreis Unna der Stadt Lünen für seine Entsorgungsleistungen 2019 rund 164.000 Euro mehr in Rechnung stellen als 2018. Die Leistungsentgelte an die Wirtschaftsbetriebe Lünen (WBL) steigen gemäß den vertraglich festgelegten Kriterien um 141.000 Euro. Sinken, und damit zur Entlastung beitragen, werden hingegen die bei der Stadt anfallenden Verwaltungskosten, nämlich um gut 16.000 Euro. Unter dem Strich steht für Restmüll dennoch ein Kostenaufwand von circa 7 Millionen Euro, fast 290.000 mehr als im laufenden Jahr 2018.

Leichte Ersparnis beim Biomüll

Beim Biomüll beträgt diese Aufwands-Summe etwa 1,5 Millionen Euro, das sind gut 40.000 Euro weniger als 2018. Denn die Entsorgungskosten des Kreises sinken um 44.400 Euro, die Verwaltungskostenumlage sinkt um 11.100 Euro. Die WBL hingegen bitten um 14.900 Euro mehr zur Kasse als 2018.

Dass trotz des deutlichen Kostensprungs beim Restmüll die Gebühr für die graue Tonne stabil bleiben soll, hat seinen Grund in den Abschlüssen der Vorjahre. Denn 2016 und 2017 haben mit Gewinnen in Höhe von circa 110.000 bzw. 170.500 Euro abgeschlossen. Etwa 253.000 Euro dieser Gewinne will die Stadt den Bürgern für die Kalkulation 2019 gut schreiben.

Verrechnung von Gewinnen und Verlusten

Beim Biomüll gab es 2016 Gewinne in Höhe von 107.400 Euro, 2017 aber Verluste in Höhe von 71.000 Euro. Knapp 40.000 Euro aus dem Gewinn 2016 will die Stadt in die Kalkulation für 2019 einbuchen, den Verlust aus 2017 hingegen in voller Höhe. Die Bestimmungen des Kommunalabgabengesetzes geben diese geplanten Verrechnungen her, so die Verwaltung in ihrer Vorlage.

Am Ende stabile Gebührensätze

So kommt es am Ende in den Berechnungen zu stabilen Gebührensätzen. Zudem erwartet die Stadt, dass das Behältervolumen steigt, nämlich beim Restmüll um 17.815 Liter und beim Biomüll um 2200 Liter. Gründe nennt die Vorlage nicht, aber das steigende Volumen könnte mit der zuletzt gestiegenen Einwohnerzahl zusammenhängen. Zur Gebührenberechnung werden die Kosten, abzüglich der erwarteten Erlöse, auf das Behältervolumen verteilt. Und das ergibt unveränderte Gebühren in Höhe von 2,1065 Euro je Liter Restmüll und 1,1014 Euro pro Liter Bioabfall.

Gebührenbeispiele:
  • Bei 14-täglicher Leerung kostet die 120-Liter-Tonne Restmüll 252,78 Euro pro Jahr
  • Bei ebenfalls 14-täglicher Leerung kostet die 80-Liter-Biotonne 88,11 Euro pro Jahr.
  • Diese und alle anderen Gebührensätze bleiben unverändert, falls der Rat die Kalkulation für 2019 so beschließt.
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