Stadt Dortmund verzichtet auf Knöllchen für Obdachlose

Nach massiver öffentlicher Kritik will die Stadt Dortmund künftig keine Knöllchen mehr an draußen übernachtende Obdachlose ausstellen. „Wir haben festgestellt, dass die Knöllchenregelung unwirksam ist“, teilte Oberbürgermeister Ulrich Sierau (SPD) am Mittwoch mit. In Zukunft solle das Ordnungsamt die Ansprache der obdachlosen Menschen noch stärker daraufhin ausrichten, auf bestehende Hilfsangebote hinzuweisen. In Einzelfällen könne das Ordnungsamt jedoch auch Platzverweise aussprechen. Die Stadt stelle ausreichend Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung.

28.11.2018, 16:48 Uhr / Lesedauer: 1 min

Berichte über die Verwarngelder in Höhe von 20 Euro hatten Anfang November für Wirbel gesorgt. Das Ordnungsamt hatte damit gegen Obdachlose vorgehen wollen, über die sich Anwohner oder Gewerbetreibende beschwert hatten.

Es sei um Menschen gegangen, die zum Beispiel in Hauseingängen schliefen, ihre Nachtlager zugemüllt oder ihre Notdurft dort verrichtet hätten, sagte ein Sprecher. So seien 2017 nach mehrmaliger mündlicher Vorwarnung 265 Verwarngelder verhängt worden - meist gegen Wiederholungstäter. Grundlage der Knöllchen ist ein Verbot der Stadt, auf nicht dafür vorgesehenen Flächen zu lagern, campen oder zu übernachten. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet.

Die Sanktion sei jedoch ohne Wirkung, da die Obdachlosen die aufgerufenen Geldforderungen in der Regel nicht zahlen könnten, wie Sierau den „Ruhr Nachrichten“ (Dienstag) sagte. Künftig sollten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes sich stärker darauf konzentrieren, die Obdachlosen auf Notunterkünfte und Schlafstellen hinzuweisen.

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