Staatsanwaltschaft prüft Zeugenaussage im Fall Jenny Böken

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zum rätselhaften Tod der „Gorch Fock“-Kadettin Jenny Böken ziehen sich weiter hin. „Für Schlussfolgerungen ist es noch zu früh“, sagte der Kieler Oberstaatsanwalt Michael Bimler am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Die Staatsanwaltschaft sei noch damit beschäftigt, die Einzelheiten der Angaben einer Zeugin zu überprüfen.

21.08.2019, 11:04 Uhr / Lesedauer: 1 min
Staatsanwaltschaft prüft Zeugenaussage im Fall Jenny Böken

Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: D.- W. Ebener/Archiv

Im Juni hatte die Staatsanwaltschaft Kiel das Todesermittlungsverfahren wieder aufgenommen. Hintergrund sind die Aussagen der Zeugin. Diese beruhen laut der Behörde im Wesentlichen auf Hörensagen. Die Zeugin sei im Jahr 2008 Soldat der Bundeswehr gewesen, habe aber weder zur Marine noch zur Besatzung der „Gorch Fock“ gehört.

Die ursprünglichen Ermittlungen im Fall Böken waren 2009 eingestellt worden. Die damals 18-jährige war in der Nacht zum 4. September 2008 während einer Ausbildungsfahrt des Segelschulschiffs der Marine bei einer Wache über Bord gegangen. Die Todesumstände blieben ungeklärt. Der Leichnam wurde erst nach elf Tagen aus der Nordsee geborgen. Die Ermittler hielten ein Unglück bisher für am wahrscheinlichsten.

Die Eltern sahen dagegen Hinweise für einen Mord. Sie stützten sich dabei auf eine eidesstattliche Aussage eines früheren Bundeswehrangehörigen, der im April dieses Jahres - nach einer Geschlechtsumwandlung - von der Kieler Staatsanwaltschaft als Zeugin vernommen wurde. Laut dem Anwalt der Bökens, Rainer Dietz aus Aachen, soll die Zeugin erklärt haben, kurz nach dem Auffinden der Leiche hätten mehrere Männer, darunter Marineangehörige, sie in einer Kaserne besucht. Sie sollen angedeutet haben, dass die junge Frau erdrosselt worden sei.

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