Spielplätze auf dem Prüfstand: So viele Mängel weisen die Werner Spiel- und Bolzplätze auf

Spielplatz-Gutachten

Eine defekte Wippe hier, ein morscher Holzbalken dort. Die Jahresinspektion der Spielplätze hat viele Mängel auf den Spiel- und Bolzplätzen aufgezeigt. Ein Problem ist dabei besonders aufällig.

Werne

, 25.09.2019, 14:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Spielplätze auf dem Prüfstand: So viele Mängel weisen die Werner Spiel- und Bolzplätze auf

Politik und Verwaltung nahmen bei ihrer Spielplatzbegehung unter anderem die Spielgeräte an der Schwieterstraße in Augenschein. © Felix Püschner

Die Farben sind etwas verblasst, das Holz schaut auch nicht mehr ganz aus wie neu – und doch schüttelt hier niemand ungläubig den Kopf. Als die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses am Montag, 23. September, den Spielplatz an der Schwieterstraße unter die Lupe nehmen, ist die allgemeine Gemütslage irgendwo zwischen freudestrahelnd und ernsthaft besorgt anzusiedeln. Könnte schon ein bisschen freundlicher hier aussehen. Lässt sich aber mit dem vorhandenen Budget kaum umsetzen.

Die hölzerne Turmkonstruktion wurde gerade erst ausgebessert. Die Trittstufen der Hängebrücke heben sich schon rein optisch deutlich ab vom Rest des Spielgeräts. Das war auch nötig - zumindest steht es so im Gutachten, das eine qualifizierte Spielplatzprüferin im Rahmen der Jahresinspektion für alle 46 Werner Spiel- und Bolzplätze erstellt hat.

Gutachten umfasst 200 Seiten

Vom Eingangstor über Zäune, Sandkästen und Bänke bis hin zu Schaukeln, Rutschen und anderen Spielgeräten wurde alles genauestens auf den Prüfstand gestellt, entsprechende Mängel notiert und die Dringlichkeit einer Beseitigung eingeschätzt. Herausgekommen ist dabei ein gut 200 Seiten starkes Gutachten. Und das fällt nicht ideal, aber auch nicht erschreckend aus - ganz so wie die Mienen der Ausschussmitglieder.

Die gute Nachricht: Akute Gefahr besteht derzeit auf keinem der 46 Spielplätze. Die schlechte: Die Gutachterin kam dennoch auf 51 Mängel (Stand Mai 2019). Einige davon sind nach Angaben der Stadtverwaltung inzwischen bereits beseitigt worden - aber eben längt nicht alle.

„Wenn wir so etwas wie hier neu anschaffen würden, dann kämen wir mit 15.000 Euro nicht aus.“
Detlef Bruns
Bauhofleiter

Vor allem um Turmkonstruktionen wie die an der Schwieterstraße steht es nicht sonderlich gut. Wesentlich von Mängeln betroffen seien die Turmkombinationen auf den Spielflächen Rüschkampsweide, Holtkamp, Schwieterstraße und Horst. Während die mittlerweile reparierte Kombination an der Rüschkampsweide zwischenzeitlich gesperrt werden musste, genügte bei den Türmen im Holtkamp und an der Schwieterstraße eine „engmaschige Kontrolle“, so die Verwaltung.

Der Turm und das Sechseck in Horst waren in den Vorjahren bereits „ausgiebig repariert“ und dabei immer stärker abgerüstet worden. Weil weitere Reparaturen „mehr als unwirtschaftlich“ gewesen wären, habe man Turm und Sechseck zwischenzeitlich entfernt.

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Ersatz für Turmkombination in Horst geplant

Immerhin: Ein Ersatz in Form einer Turmkombination und einer Reckanlage soll noch in diesem Jahr „in Abstimmung mit dem Kindergarten und dem Vorstand des Dorfgemeinschaftshauses Horst erfolgen“. Ein Ersatz sei hier wichtig, da die Kinder nicht auf andere nahegelegene Spielflächen wie in Stockum oder Werne ausweichen könnten.

Andere neue Türme sind derzeit aber kaum vorstellbar. So heißt es in der Verwaltungsvorlage, die in der vergangenen Woche bereits im Jugendhilfeausschuss und nun am Mittwoch auch im Kommunalbetriebsausschuss auf dem Tisch lag, ein „gänzlicher Ersatz der Türme“ sei derzeit finanziell nicht leistbar. Für eine „ansprechende Turmkombination“ seien Mittel ab circa 15.000 Euro anzusetzen.

Haushalt sieht nur 25.000 Euro pro Jahr vor

Und das wäre dann sogar wohl eher eine Art Basis-Version, wie Bauhofleiter Detlef Bruns beim Blick auf die Konstruktion an der Schwieterstraße deutlich machte: „Wenn wir so etwas wie hier neu anschaffen würden, dann kämen wir mit den 15.000 Euro nicht aus.“

Zumal das Haushaltsbudget für Spielplatzgeräte ziemlich überschaubar ist. Nur 25.000 Euro stehen dafür pro Jahr zur Verfügung. Hoch hinaus geht es damit nicht. Zumindest nicht auf einen neuen Spielturm.

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