Spielemesse: Komplexe Spiele für Erwachsene boomen

Würfeln, Kombinieren, Zocken: Spielen kommt nicht aus der Mode. Im Gegenteil, wie die Umsatzzahlen der Spieleverlage und der Run auf die „Spiel '19“ in Essen zeigen. Dabei entdecken auch immer mehr junge Erwachsene anspruchsvolle Strategiespiele für sich.

23.10.2019, 13:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Spielemesse: Komplexe Spiele für Erwachsene boomen

Ein Spielefan hält an einem Tisch einen Würfel. Foto: Sebastian Willnow/zb/dpa

Durch den anhaltenden Gesellschaftsspiel-Boom erwarten die Veranstalter in diesem Jahr mehr Menschen zu den internationalen Spieltagen in Essen als je zuvor. Mehr als 190 000 Spielebegeisterte aus vielen Nationen sollen von Donnerstag bis Sonntag zur „Spiel '19“ kommen, wie der Veranstalter am Mittwoch erklärte. Bei der weltgrößten Publikumsmesse der Spieleverlage präsentieren 1200 Aussteller über 1500 Neuheiten und Weltpremieren.

Vom schnellen Würfelspiel über eine Vielzahl von Brettspielen für die ganze Familie bis hin zu opulent ausgestatteten Strategiespielen sei für die verschiedenen Spielertypen etwas zum Ausprobieren dabei, erklärte Dominique Metzler vom Messeveranstalter Friedrich Merz Verlag.

Während Familienspiele seit Jahren gefragt seien, kommen demnach für die wachsende Zielgruppe junger Erwachsener mehr sogenannte Expertenspiele auf den Markt - einer der diesjährigen Trends. „Immer mehr Menschen ab 25 Jahren entdecken das Spielen als Hobby für sich, knien sich dann richtig rein und wollen schnell mehr“, berichtete Metzler. Auf dieses Käuferverhalten haben in den letzten Jahren zahlreiche Verlage reagiert: Kennerspiele mit anspruchsvollem Spielaufbau, komplexen Mechanismen und langer Spieldauer verkauften sich inzwischen zum Teil in beeindruckenden Stückzahlen.

Eine wachsende Zahl von Spieleclubs und Ausleihstätten spiegelten ebenfalls das steigende Interesse an dem „analogen Gegengift zur Digitalisierung“, sagte der Vorsitzende des Branchenverbandes Spieleverlage, Hermann Hutter. Die Spielebranche verzeichne seit Jahren ein ungebrochenes Wachstum - innerhalb der letzten fünf Jahre gingen die Umsätze um 40 Prozent nach oben.

In 2019 konnten die Verlage ihre Umsätze bereits um weitere vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern, teilte Hutter weiter mit. 2018 setzten die Spielehersteller rund 550 Millionen Euro um. Sowohl das Segment der Familienspiele als auch das der anspruchsvollen Spiele, die sich an erfahrene, erwachsene Mitspieler richten, seien stark gewachsen.

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