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Die an einem Gehirntumor erkrankte My Vo Tra (27), die in Werne aufgewachsen ist, wurde erfolgreich operiert. Um den Eingriff überhaupt zu ermöglichen, half eine ungewöhnliche Aktion.

Werne

, 25.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Lange mussten sie bangen, nun haben die Angehörigen und Freunde die Gewissheit: My Vo Tra befindet sich wieder auf dem Weg der Besserung. Die 27-Jährige, die an einem Gehirntumor erkrankt war, hat die schwierige Operation überstanden. Der behandelnde Arzt gab gleich nach dem mehr als vierstündigen Eingriff am Montag Entwarnung.

Zwischen Verzweiflung und Hoffnung

Die junge Frau habe die OP gut überstanden. „Er hat uns gesagt, dass der Tumor entfernt wurde. Wir sind alle sehr erleichtert und froh, dass alles gut verlaufen ist“, erzählt Xenia Vitriak. Sie kennt My Vo Tra seit der gemeinsamen Schulzeit in Werne. Hinter den beiden Frauen liegen Wochen der Verzweiflung. Und der Hoffnung.

Vor gut vier Monaten bekam My Vo Tra, die mittlerweile in Hanoi lebt, die Diagnose: Gehirntumor. Sie musste sofort operiert werden. Der Tumor habe da schon eine Größe von sechs Zentimetern gehabt, berichtet Xenia Vitriak. My Vo Tra ließ sich in ihrer Heimat Vietnam durch die finanziellen Ersparnisse der Familie operieren. Den Eingriff überstand die junge Mutter eines zweijährigen Sohnes den Umständen entsprechend. Von da an sollte es wieder bergauf gehen. Doch es kam ganz anders.

Geld für zweite Operation fehlt

Nach einer Kontrolluntersuchung einen Monat nach der OP stellten die Ärzte erneut einen Tumor - dieses Mal einen leicht bösartigen - fest. Erneut muss sich My Vo Tra operieren lassen. Doch nun soll es unter europäischen Standards geschehen. Das Problem: Weil die 27-Jährige nicht über eine deutsche Krankenversicherung verfügt, muss sie den riskanten Eingriff selbst bezahlen.

Allein die Grundkosten betragen etwa 40.000 Euro. Geld, das die junge Frau nicht hat. Bis ihre Kindheitsfreundin Xenia Vitriak auf eine Idee kommt. Über die Plattform „Go Fund Me“ ruft sie zu Spenden auf. Mit Erfolg. Schon nach wenigen Tagen haben mehr als 250 Menschen 16.500 Euro gegeben. Mittlerweile sind es mehr als 27.000 Euro. Auch das Goethe-Institut in Hanoi, an dem My Vo Tra arbeitet, hat etwa 10.000 Euro gespendet.

Spenden machten Eingriff erst möglich: Schwer erkrankte My Vo Tra ist nach OP wohlauf

Ankunft in Berlin: Xenia Vitriak begrüßt ihre schwer erkrankte Freundin My Vo Tra. © Xenia Vitriak

Es ist genug Geld, um die Operation in Deutschland zu finanzieren. „Mit den Spenden sind wir dem Ziel sehr nahe gekommen. Zum Glück haben wir sogar eine Reserve für mögliche weitere Behandlungen“, sagt Xenia Vitriak. Über die Entwicklung und den Gesundheitszustand von My Vo Tra hatte Xenia Vitriak die Spender stets über die Internetplattform informiert.

Großes Mitgefühl

Viele von ihnen hätten in diesen Tagen auch mitgefühlt und viel Glück für den Eingriff gewünscht. „Nach der erfolgreichen Operation sind die Menschen, die sich damit verbunden gefühlt haben, sehr glücklich und erleichtert“, sagt Vitriak. Die Operation erfolgte in der Berliner Charité. Nach dem rund vierstündigen Eingriff lag My Vo Tra noch sieben Stunden auf der Intensivstation.

„Jetzt geht es ihr aber schon besser. My ist schon ein bisschen aufgestanden“, erzählt Xenia Vitriak einen Tag nach der OP am Telefon. Die 27-Jährige, die in Berlin lebt, gibt ihrer langjährigen Freundin My in dieser schwierigen Zeit Kraft. Auch die Mutter von My Vo Tra ist mit aus Hanoi angereist und weicht ihrer Tochter nicht von der Seite, schläft mit ihr in einem Zimmer in der Klinik.

Spenden machten Eingriff erst möglich: Schwer erkrankte My Vo Tra ist nach OP wohlauf

Damit ihre Kindheitsfreundin My Vo Tra (l.) in Deutschland operiert werden konnte, hatte Xenia Vitriak einen Spendenaufruf im Internet gestartet. Mit Erfolg. © Xenia Vitriak

Einige Tage muss My Vo Tra noch im Krankenhaus bleiben. Wie es dann weitergeht und ob eine mögliche Chemotherapie folgt, ist noch ungewiss. Wenn alles gut läuft, haben die Freundinnen sicherlich Zeit, um in Erinnerungen zu schwelgen. Etwa von der gemeinsamen Schulzeit auf der Wienbredeschule oder dem Anne-Frank-Gymnasium in Werne. Für Mitte August haben My Vo Tra und ihre Mutter ihren Rückflug nach Hanoi geplant.

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