Sozialverband beklagt Armut im Revier: mehr gute Jobs nötig

Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat aus Anlass der Schließung der letzten deutschen Steinkohlenzeche wachsende soziale Probleme im Ruhrgebiet kritisiert. In den vergangenen zehn Jahren sei der Anteil der Menschen im Ruhrgebiet mit einem Einkommen unterhalb der Schwelle zur Armutsgefährdung um 30 Prozent gestiegen. „Diese Entwicklung macht uns Sorgen“, sagte der Geschäftsführer des Wohlfahrtsverbands, Christian Woltering, der Deutschen Presse-Agentur. Am Freitag wird die Förderung auf der letzten deutschen Zeche Prosper-Haniel in Bottrop offiziell eingestellt.

20.12.2018, 07:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sozialverband beklagt Armut im Revier: mehr gute Jobs nötig

Bergleute verlassen den Förderkorb. Foto: Oliver Berg/Archiv

Ein großes Problem im Ruhrgebiet sei der Mangel an gut bezahlten Arbeitsplätzen. „Die Jobs im Bergbau sind hart, aber sie waren auskömmlich“, sagte Woltering. Viele Arbeitsplätze, die nach der Kohle gekommen seien, reichten dagegen nicht mehr für den Lebensunterhalt. Häufig gebe es nur schlecht bezahlte Teilzeitstellen. „Gute Arbeit ist das Mittel Nummer eins, um Armut zu verhindern“, betonte der Verbandsgeschäftsführer.

Das Ruhrgebiet brauche deshalb viel mehr Investitionen, um die Defizite auszugleichen. „Wir müssen Geld in das Ruhrgebiet stecken, so wie wir das über den Solidaritätszuschlag in Ostdeutschland gemacht haben“, forderte Woltering. Dort gehe die Armut inzwischen zurück, während sie im Ruhrgebiet zunehme.

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