Somalier half Piraten bei Tanker-Entführung: Bewährung

Sieben Jahre nach einem Geiseldrama auf einem griechischen Öltanker vor der Küste Omans hat das Dortmunder Landgericht einen Somalier verurteilt. Der Angeklagte hatte den Piraten als Koch geholfen.

16.07.2019 / Lesedauer: 2 min
Somalier half Piraten bei Tanker-Entführung: Bewährung

Das Landgericht in Dortmund. Foto: Ina Fassbender/Archivbild

Im Dortmunder Piratenprozess ist ein 41-jähriger Mann aus Somalia am Dienstag vom Landgericht wegen Beihilfe zum erpresserischen Menschenraub zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der Angeklagte hatte zugegeben, im Jahr 2012 einer Gruppe von Piraten geholfen zu haben. Nachdem diese den griechischen Öltanker „Smyrni“ vor der Küste Omans gekapert und nach Somalia gebracht hatten, hatte der 41-Jährige die Mannschaft als Schiffskoch unterstützt. Eine Beteiligung an der eigentlichen Entführung war dem Mann laut Gericht nicht nachzuweisen.

Zwei weitere Piraten sind in Deutschland bereits für den Fall „Smyrni“ verurteilt worden. Einer zu zweieinhalb Jahren Jugendstrafe, der andere zu sieben Jahren Haft. Im Fall des 41 Jahre alten Kochs war ursprünglich mit einer Strafe von vier bis fünf Jahren gerechnet worden. Der Somalier hatte 2014 in Deutschland Asyl beantragt und zuletzt in Hamm gelebt. Ende 2018 geriet er im Zusammenhang mit der Tanker-Entführung ins Visier der Ermittler und saß seitdem in Untersuchungshaft.

Das Schicksal der 26-köpfigen Besatzung hatte nach der Entführung des Tankers für große Anteilnahme gesorgt. Eine Gruppe Piraten hatte das mit 135 000 Tonnen Rohöl beladene Schiff vor der Südostküste des Oman mit Sturmgewehren beschossen und schließlich die Schutzmaßnahmen aus Stacheldraht und Schläuchen überwunden. Der Piratenführer „Star“ soll später regelmäßig mit der Exekution von Crewmitgliedern gedroht haben.

Der Tanker und die Besatzung waren erst nach einem knappen Jahr Geiselhaft freigelassen worden. Zuvor war ein Lösegeld in Höhe von 13 Millionen Dollar gezahlt worden. Davon hatte der Angeklagte als Koch rund 800 Euro erhalten. 

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