Solebad und Sozialticket: Stadt prüft Einführung ermäßigter Eintrittspreise für Bedürftige

Solebad-Eintrittspreise

Eine Tageskarte im Solebad kostet für Erwachsene 10,50 Euro. Ein stolzer Preis für Bürger mit geringen finanziellen Mitteln. Deshalb fordert die Politik die Einführung eines Sozialtickets.

Werne

, 08.11.2018, 11:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Solebad und Sozialticket: Stadt prüft Einführung ermäßigter Eintrittspreise für Bedürftige

10,50 Euro kostet die Tageskarte im neuen Solebad. Für bedürftige Menschen wird nun ein ermäßigtes Ticket, in der Politik diskutiert. © Solebad Werne GmbH

Wer künftig das Solebad inklusive Familien- und Sportbad nutzen möchte, bezahlt 10,50 Euro für die Tageskarte. Seitdem die Gesellschafterversammlung der Natur-Solebad Werne GmbH vor einer Woche die Tarife für das neue Bad veröffentlicht hat, gibt es rege Diskussionen in der Stadt. Ist das ein angemessener Preis für einen Badbesuch?

Vor der Schließung des Solebads gab es die Tageskarte noch für 7,30 Euro. Klar ist, dass es im neuen Bad besondere Familientarife sowie Ermäßigungen für Kinder, Jugendliche, Studenten, Schüler und Bufdis gibt. Doch das gilt nicht für bedürftige und behinderte Menschen, die auch oft über geringe finanzielle Mittel verfügen, wie Angelika Roemer, Vorsitzende des Behindertenbeirats der Stadt Werne, am Mittwoch im Sozialausschuss erklärte.

Inklusion und Teilhabe soll nicht an Eintrittspreisen scheitern

Um zu zeigen, wie notwendig deshalb die Einführung eines Sozialtickets im Solebad für Bedürftige ist, stellte sie zunächst dar, wie viel Geld ein alleinstehender Hartz-4-Empfänger zur Verfügung hat. Von der Grundsicherung von monatlich 416 Euro geht der Gesetzgeber von 39,91 Euro für den Regelbedarf an Freizeit, Unterhaltung und Kultur aus.

Roemer wünscht sich eine Preisstaffelung, damit Menschen auch mit geringem finanziellen Mitteln die Möglichkeit haben, das Solebad zu nutzen. Inklusion und Teilhabe an dem neuen Bad sollen nicht an den Eintrittspreisen scheitern.

„Das wäre eine gute Imagewerbung für die Stadt und das Bad.“
Ulrich Höltmann, SPD

„Wir bekommen ein sehr gutes Solebad - vor allem auch, wenn es um das Thema Barrierefreiheit geht. Aber man kann es nur besuchen, wenn man auch die finanziellen Mittel dazu hat“, sagte Roemer. Ihr Anliegen stieß gleich auf Zustimmung in den Fraktionen, die eine zeitnahe Lösung forderten.

Schnelle Umsetzung gefordert

„Die Stadt sollte das Thema Sozialticket nicht erst 2020 zu den Haushaltssondierungen ins Gespräch bringen, sondern gleich zur Eröffnung des Bades. Das wäre eine gute Imagewerbung für die Stadt und das Bad“, sagte Ulrich Höltmann von der SPD.

Eine schnelle Umsetzung forderte auch Barbara Börste von den Grünen. „Man kann den Bürgern nicht erklären, dass wir drei Jahre lang an dem Bad bauen und zur Eröffnung keinen Sozialtarif hinbekommen.“

Solebad und Sozialticket: Stadt prüft Einführung ermäßigter Eintrittspreise für Bedürftige

Im Frühjahr 2019 soll das Solebad eröffnet werden. Von Anfang an soll es auch ein Sozialticket geben, so der Wunsch der hiesigen Politiker. © Solebad Werne GmbH

Frank Gründken, Geschäftsführer des Natur-Solebads, zeigte Verständnis für den Antrag. Dies müsse im Allgemeinen in den Gremien, nicht in der Gesellschafterversammlung des Solebads, diskutiert werden.

Dabei müssten die Verantwortlichen zunächst klären, in welcher Höhe und für welchen Personenkreis es eine Ermäßigung geben und wie diese in der Praxis gehandhabt werden soll. Als Geschäftsführer des Solebads werde er auch für die wirtschaftlichen Folgen einer solchen Ermäßigung verantwortlich gemacht.

Sozialticket hat wirtschaftliche Folgen

Gründken geht aufgrund der aktuellen Zahlen von etwa 2200 Personen aus, die derzeit entsprechende Sozialleistungen in Werne bekommen und Anspruch auf ein Sozialticket im Solebad hätten. Bei einer Ermäßigung von beispielsweise 2 Euro würde dies den Erlös im fünfstelligen Euro-Bereich schmälern.

„Aber vielleicht wären die Leute ohne die Ermäßigung ja gar nicht gekommen“, wandte Jörg Korzinetzki, sachkundiger Bürger der FDP, an und erhielt Zustimmung aus den anderen Fraktionen.

„Es wäre eine gesellschaftliche Bereicherung, wenn diese Menschen auch das Bad nutzen könnten.“
Siegfried Scholz, SPD

Die Bedenken teilt Siegfried Scholz von der SPD nicht. „Wir sollten die positiven Aspekte in den Vordergrund stellen. Es wäre doch eine gesellschaftliche Bereicherung, wenn diese Menschen auch das Bad nutzen könnten. Wir sollten den Versuch wagen“, erklärte er.

Dem stimmten alle Anwesenden zu, sodass sie die Verwaltung einstimmig damit beauftragten, ein Konzept für die Einführung eines Sozialtickets zur Eröffnung des Bades aufzuzeigen.

20 Prozent Ermäßigung sind im Gespräch

Wie eine Ermäßigung künftig aussehen kann, wird nun diskutiert. Von einer Ermäßigung von 20 Prozent des Eintrittspreises war im Ausschuss etwa die Rede. „Wenn eine solche Ermäßigung für die Bedürftigen unserer Stadt den Haushalt sprengen würde, dann können wir immer noch darüber nachdenken“, sagte Siegfried Scholz (SPD).

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger KAB-Altkleidersammlung

Altkleidung: Viele Werner Haushalte werden in diesem Herbst darauf sitzenbleiben

Hellweger Anzeiger Simjü 2019

Wilde Maus ist schon da, weitere Karussells folgen: Das passiert am Dienstag rund um Simjü

Meistgelesen