So will die Stadt Lünen die Victoria-Fläche neu gestalten

Millionenprojekt

Nimmt Lünen an der IGA teil, müsste die Stadt von den 12 Millionen Euro, die eine Neugestaltung des Victoria-Geländes kosten würde, „nur“ knapp 2,5 Millionen Euro zahlen. Voraussichtlich.

Lünen

, 06.10.2018, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
So will die Stadt Lünen die Victoria-Fläche neu gestalten

Statt der Brache könnten hier künftig eine Landmarke und eine Gastronomie Besucher zur Victoria-Fläche locken. Die sollen dann mittels einer Hängebrücke über die Lippe kommen. © Goldstein

Lünen möchte gemeinsam mit Bergkamen Standort der Internationalen Gartenschau (IGA) im Jahr 2027 werden. Dieser Grundatzbeschluss, den der Haupt- und Finanzausschuss einstimmig bei einer Enthaltung am Donnerstag dem Stadtrat empfohlen hat, klingt erst mal unspektakulär. Doch dahinter verbirgt sich die Möglichkeit, die Victoriafläche komplett neu zu gestalten – „wozu wir angesichts der Kosten im Normalfall nie die Chance gehabt hätten“, wie es Arno Feller (CDU) an diesem Abend beschrieb.

80-prozentige Förderung

Konkret soll die IGA dazu genutzt werden, die Fläche zwischen Lippe und Westfaliastraße in einen Landschaftspark zu verwandeln – inklusive Brücke über die Lippe, Landmarke, Gastronomie und Fußweg-Anbindung an die Innenstadt. Das kostet natürlich – laut aktueller Schätzung sind Investitionskosten von 12,27 Millionen Euro zu erwarten. Der Clou: Weil es sich um ein IGA-Projekt handelt, besteht die Chance auf eine 80-prozentige Förderung.

Lünen müsste also „nur“ 2,54 Millionen Euro aufbringen. Voraussichtlich. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer: Niemand kann garantieren, dass die Schätzungen korrekt sind. Mit dem Grundatzbeschluss verpflichtet sich die Stadt jedoch, auch mögliche Folgekosten der Aktion zu tragen. Was zum Beispiel passieren könnte, skizzierte Dr. Roland Giller (FDP): „Wer weiß, wie viele Meter wir am Ende tatsächlich ausheben müssen? Die Kosten würden in den Himmel schießen.“

Die Skepsis, mit der Giller die Enthaltung der Liberalen zu diesem Grundsatzbeschluss begründete, gab es wohl auch in den anderen Fraktionen. Allerdings kam man hier zu anderen Schlüssen und will das Risiko eingehen. So begrüßte Eckhard Kneisel (Grüne) die Entscheidung als „mutiges Signal zur städtebaulichen Entwicklung“ – natürlich nicht ohne darauf hinzuweisen, dass die Grünen bei der Gestaltung einen Schwerpunkt auf Ökologie legen wollen.

Schwierige Terminierung

Rüdiger Haag (SPD) sah hier ebenfalls „eine große Chance“. Für ihn war auch weniger das finanzielle Risiko das Problem. „Schwierig wird die Terminierung, da es schon konkrete Vorgaben gibt, bis wann was geschehen sein muss.“ Unter der Prämisse, dass alle Beteiligten es wirklich ernst meinten und auch die Zeitpläne einhielten, trage die SPD diesen Beschluss mit.

Der Technische Beigeordnete Arnold Reeker betonte, dass eine Teilnahme an der IGA für Lünen nur dann Sinn ergebe, wenn die Lüner Mittel aus dem Projekt „Zukunftsgarten Bergkamen/Lünen – Landschaft in Bewegung“ vollständig dem Victoria-Gelände zugute kämen. „Wir haben in der Tat keine Angaben zu den Folgekosten. Das müssen wir bei der Planung immer im Hinterkopf haben.“

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Kolumne „Jetzt mal unter uns“

Verkehrsteilnehmer brauchen starke Nerven - warum der Weg trotzdem der richtige ist

Hellweger Anzeiger 30. Kinofest

Warum aus den „Schülerjurys“ beim Lüner Kinofest jetzt „Schuljurys“ werden

Hellweger Anzeiger Image-Studie

Was halten die Lüner eigentlich von Lünen? Ein Professor weiß die Antwort genau

Meistgelesen