So war es 1969, als die Kita-Leiterin als Kita-Kind selbst an der Baugrube stand

dzKita St. Marien

Für Gudrun Sieding stand schon früh fest - sie will Erzieherin werden. Da war sie selbst noch ein Kindergarten-Kind. Heute ist sie Kita-Leiterin und bereitet eine besondere Feier vor.

Lünen

, 28.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kita St. Marien ist für Gudrun Sieding etwas ganz Besonderes. Hier war sie selbst einst Kindergarten-Kind, trug bei Feiern stolz einen gebastelten Kranz im Haar und fuhr mit dem Bus mit ihren Freunden zum Spielen in die Kita St. Norbert.

Heute ist die 54-Jährige die Chefin der Kita St. Marien und bereitet mit ihren Kolleginnen, den Eltern und Kindern eine besondere Feier vor.

Am Sonntag (27.10.) dreht sich alles um das Gebäude der Kita an der Marienstraße. Denn 1969 - vor 50 Jahren - wurde das Gebäude feierlich eingeweiht, das auf einem Gelände gebaut wurde, auf dem sich früher der katholische Friedhof befand.

Früher war die Kita an der Borker Straße

Gudrun Sieding stand schon beim ersten Spatenstich mit ihrer Gruppe und den Erzieherinnen an der Baugrube. Sie nahm im Oktober 1969 die neuen Räume als Kindergarten-Kind in Besitz.

Zuvor waren die Kinder in einem Gebäude an der alten Borker Straße untergebracht. 100 Mädchen und Jungen spielten und lernten gemeinsam in vier Gruppen.

So war es 1969, als die Kita-Leiterin als Kita-Kind selbst an der Baugrube stand

Gudrun Sieding als Kindergarten-Kind (r.). Schon damals soll sie gewusst haben, dass sie später selbst Erzieherin werden will. © Beate Rottgardt (Repro)

Heute sind es 65 Kinder in drei Gruppen - sie stammen aus 49 Familien, es sind also viele Geschwisterkinder miteinander in der Kita. Darunter sieben Zwillingspaare. Und heute ist Gudrun Sieding die Leiterin der Kita. Seit zwei Jahren, als sie die Nachfolge von Rosemarie Leismann antrat.

„Ich bin je zur Hälfte meiner Arbeitszeit für die Leitung und für die Kinder zuständig“, sagt sie. Das war für sie Bedingung, die Leitung anzunehmen. Denn die Arbeit mit Kindern ist es, die ihr wichtig ist.

Das scheint eine frühere Kinderpflegerin schon gespürt zu haben, als Gudrun Sieding selbst noch Kindergartenkind war. Damals habe sie schon Kreisspiele organisiert und gesagt, dass sie auch mal „Kindergärtnerin“ (wie es damals hieß) werden wolle.

So war es 1969, als die Kita-Leiterin als Kita-Kind selbst an der Baugrube stand

Kita-Leiterin Gudrun Sieding blättert in den alten Fotoalben. Auf einigen Bildern ist sie selbst als Kind in der Kita St. Marien zu sehen. © Beate Rottgardt

„Daran erinnere ich mich selbst nicht mehr. Aber die Kollegin, die noch in der Kita tätig war, als ich 1985 hier anfing, hat es mir erzählt.“ Auch ihr zweijähriges Praktikum nach der Ausbildung hat Gudrun Sieding in der Kita St. Marien absolviert.

Natürlich hat sie auch ihre beiden Kinder dorthin geschickt. „Zwischendurch war ich zwei Mal in Elternzeit, hab danach einen Vorkindergarten im Heliand-Bezirk in Nordlünen aufgemacht.“ Als die eigenen Kinder so weit waren, stieg sie Vollzeit wieder ein - natürlich in St. Marien.

Müll trennen und Tischkultur beim Mittagessen

Derzeit hat sie zehn Mitarbeiterinnen und eine Praktikantin. Sie steckt in der Rezertifizierung als faire Kitas im Familienzentrum Nord, das St. Marien mit den katholischen Kitas St. Gottfried und St. Norbert bildet.

Ressourcen sparen, Müll trennen - diese Themen bringt das Team den Kindern ebenso nahe wie Tischkultur beim Mittagessen, an dem täglich um die 50 Kinder teilnehmen.

Weil es in der Kita Kinder verschiedener Nationen und Konfessionen gibt, will Gudrun Sieding den Familien auch andere Religionen und Lebensweisen näherbringen. So erzählten Eltern, die aus anderen Ländern stammen, den Kindern von ihrem Leben dort.

So war es 1969, als die Kita-Leiterin als Kita-Kind selbst an der Baugrube stand

Einige der Erzieherinnen von heute mit vielen der aktuellen Kita-Kinder vor dem Gebäude, in dem bald seit 50 Jahren die Kita St. Marien zuhause ist. © Beate Rottgardt

Auch ein Besuch in der Moschee kam bei den Eltern gut an. Die Besichtigung der St. Marien-Kirche nahm nur eine türkische Familie wahr. Beim Krippenspiel im vergangenen Jahr stammte die Maria aus Jordanien und die Hirten aus der Türkei. „Das Multikulturelle ist uns wichtig.“

Ebenso wie die Vermittlung christlicher Werte. „Wir gehen jeden ersten Freitag im Monat in die Kirche und feiern Gottesdienst.“ Die Kinder sitzen auf kleinen Bänken hinter dem Altar, es wird Querflöte und Gitarre gespielt und auch Eltern und Großeltern sind dabei.

Gudrun Sieding freut sich auf das Jubiläum und hat es nie bereut, ihren frühen Berufswunsch umgesetzt zu haben. „Die Kita ist ein bisschen auch mein Zuhause.“

Das Jubiläum des Kita-Gebäudes wird am Sonntag, 27. Oktober, gefeiert. Um 10 Uhr beginnt die Heilige Messe in der St. Marien-Kirche. Im Anschluss geht es dann weiter in der Kita St. Marien. Für Verpflegung ist gesorgt, die Kinder probieren altbekannte Spiele aus und die Erwachsenen dürfen in Fotos Erinnerungen suchen. Eingeladen sind alle ehemaligen Kita-Kinder, Eltern und Mitarbeiter.
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Streit vor Gericht

Forensik in Lünen: Land hofft auf positives Urteil des OVG - Lärmschutz kein Problem mehr

Hellweger Anzeiger Schuljahr 2020/21

Schulcheck: Am „Stein“ dreht sich viel um Musik und Fußball - aber vor allem um Respekt

Hellweger Anzeiger Ermittlungen nach Feuer beendet

Großbrand in der Lüner Innenstadt Ende Juli bleibt ungeklärt

Meistgelesen