Umstrittenes Kita-Kuscheln: So stehen Kitas in Selm, Olfen, Nordkirchen zu Original Play

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Das organisierte Kita-Kuscheln (Original Play) ist in die Kritik geraten. Nach einem Fernseh-Beitrag des ARD-Magazins „Kontraste“ machen sich Eltern Sorgen. Was machen die heimischen Kitas?

Selm, Olfen, Nordkirchen

, 08.11.2019, 12:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Spielmethode Original Play ist aktuell in aller Munde. Dabei hatte eine Kita in Berlin-Kreuzberg bereits 2014 die Spielmethode in ihr pädagogisches Konzept aufgenommen. 2017 übernahm die evangelische Kirche die Trägerschaft, behielt den Ansatz bei. Warum auch nicht?

„Original Play versucht, die Beziehungen zwischen Individuen und Gruppen zu verbessern, indem Aggression und Gewalt zwischen Menschen durch Freundlichkeit und Liebe ersetzt werden und jedes Kind sich sicher und geliebt fühlt“, heißt es auf der Internetseite von Original Play. Kritiker sehen das anders.

Landeskirche warnt mittlerweile vor dem Konzept

„Wir warnen dringend davor, die ‚Methode‘ Original Play einzusetzen. Original Play ist ein dubioses Geschäftsmodell, in dem Erwachsene mit Kindern körperlich nahe spielen. Ein pädagogisches Konzept, das in Kindertagesstätten nichts zu suchen hat“, heißt es in einer Erklärung der Evangelisch-Lutherische Landeskirche und Diakonie Sachsen.

Das sieht das Rote Kreuz im Kreis Coesfeld als größter Kindergartenträger im Kreis ähnlich. Vorstand Christoph Schlütermann verweist auf eine Besonderheit vom DRK: „Wir drängen uns nicht auf.“ Das gelte auch für die tägliche Arbeit in den Einrichtungen.

DRK-Kreisverband: „Kinder holen sich emotionale Wärme ab“

„Wenn Kinder etwas brauchen, holen sie sich die emotionale Wärme ab.“ Das verlange von den Erzieherinnen und Erziehern großes Einfühlungsvermögen. Ein aktives Handeln von Erwachsenen wie bei Original Play lehnt der DRK-Kreisverband kategorisch ab.

Bei der Arbeitwohlfahrt Ruhr-Lippe-Ems mit mittlerweile 53 Kindergärten - darunter auch in Selm - gibt es ebenfalls eine klare Position. Pressesprecher Sebastian Laaser sagt: „Original Play gab und gibt es in keiner unserer Einrichtungen und wir wollen es auch nicht.“

Kinderhilfe Werne und Kinderheiltstätte mit klarer Position

„Bei Fragen des Kinderschutzes sei man sehr stark sensibilisiert“, sagt Jochen Schade-Homann vom Evangelischen Kirchenkreis Dortmund, der auch das Gebiet der Stadt Selm umfasst. Eine Anfrage, ob es Original Play hier gegeben habe, blieb unbeantwortet.

Eindeutige Antworten gab es hingegen von der Kinderhilfe Werne mit Einrichtungen auch in Nordkirchen und Olfen sowie von der Kinderheilstätte in Nordkirchen. In allen Einrichtungen habe es zu keiner Zeit Original Play gegeben und sei auch nie geplant gewesen.

Anke Lucht, stellvertretende Pressesprecherin des Bistums Münster, sagt, dass das Bistum Original Play „kritisch sieht“. Dem Bistum sei „keine Kita in der Region bekannt, in der es praktiziert wird.“ Auf die Kritik an dem Konzept haben mittlerweile erste Bundesländer reagiert und Original Play verboten.

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