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Wer sich bewerben möchte, hat noch Chancen auf einen Ausbildungsplatz. 21 Stellen sind laut der Handwerkskammer Dortmund in Schwerte noch frei. Hier erfahren Sie, warum.

Schwerte

, 22.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Die gute Nachricht: Noch letzte Woche hat Frank Schorlemmer, Geschäftsleiter beim Autohaus Schmidt in Schwerte, einen Auszubildenden zum Kfz-Mechatroniker eingestellt. Die schlechte Nachricht: Er sucht händeringend nach einem weiteren. „Es ist alles andere als leicht, gute Auszubildende zu finden“, sagt er angesichts sinkender Bewerberzahlen. Und wenn jemand seine Unterlagen einreiche, bringe er häufig nicht den notwendigen Hauptschlussabschluss mit guter Mathenote mit. Die sei nötig, denn mit dem Aufkommen der Elektromobilität werden höhere Anforderungen an Mechatroniker gestellt.


„Da tut sich bis zum Ausbildungsstart noch eine ganze Menge“

Trotzdem haben viele Firmen in Schwerte bereits Azubis gefunden: 44 neu unterschriebene Lehrverträge meldet die zuständige Handwerkskammer Dortmund für Schwerte seit dem 1. Januar. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 26 Prozent. „Da tut sich bis zum Ausbildungsstart noch eine ganze Menge“, sagt Pressesprecherin Jana Mielke. Einige Lehrlinge fangen nicht zum 1. August, sondern erst zum 1. September an. Es bleibe also noch genug Zeit, einen Lehrvertrag zu unterschreiben.


„Es ist ärgerlich, wenn Auszubildende den Schulunterricht schwänzen“

21 Lehrstellen sind in Schwerte, Stand Mitte Juli, laut Handwerkskammer noch frei. Besonders viele offene Lehrstellen gibt es für Kfz-Mechatroniker, Automobilkaufmänner und Friseure.

Friseurmeisterin Elif Yildrim hatte bei der Suche nach einem Azubi Erfolg: Ab dem ersten August wird sie nach langer Suche eine Stelle besetzen können. Wenn es nach der Inhaberin des Schwerter Friseursalons Haarstudio by Elif geht, würde sie gerne noch einen weiteren Friseur ausbilden. Den letzten Auszubildenden hat sie vor vier Jahren eingestellt, 2017 hat er seine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. In der Zwischenzeit hat sie so gut wie keine Bewerbungen mehr erhalten. Manche würden die Ausbildung bereits nach wenigen Monaten abbrechen, weil entweder die Motivation fehle oder sich die Bewerber den Beruf anders vorgestellt haben. „Es ist ärgerlich, wenn Auszubildende den Schulunterricht schwänzen“, sagt Elif Yildrim, denn die Theorie gehöre nun einmal dazu.

Der Bedarf an Fachkräften ist groß

Ein weiteres Problem: Es gehen auch Bewerbungen von jungen Menschen ein, die keinen Schulabschluss haben, so Frank Schorlemmer. Das sei aber Grundvoraussetzung. Im Kreis Unna haben im Jahr 2017 insgesamt 295 von 4599 Schülern (6,4 Prozent) die Schule ohne Abschluss verlassen. Schorlemmers Erfahrung zeige aber auch: Der Schulabschluss ist nur begrenzt aussagekräftig. Erst kürzlich habe sich eine junge Hochschulabsolventin als Automobilkauffrau beworben, aber die simpelsten Fragen im Einstellungstest nicht beantworten können.

Recht zufrieden ist Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer Dortmund, mit dem Zwischenstand bei der Lehrstellen-Vermittlung – auch, wenn man merke, dass die Zahl der geeigneten Bewerber rückläufig sei. Im Umkehrschluss bringe das für Bewerber aber auch Vorteile: Der Fachkräftebedarf in den Handwerksunternehmen ist angesichts der guten Konjunktur besonders groß – und die Auswahlmöglichkeiten an Berufen so gut wie nie.“