Die Grippesaison startet und mit ihr auch die Schutzimpfungen bei den Ärzten. Wie gut ist die Stadt darauf vorbereitet und was kann man selbst gegen die Grippe tun?

Schwerte

, 19.10.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Überall können sie jetzt lauern. Am Haltegriff im Bus, am Waschbecken oder der Türklinke: die Rede ist von Grippeviren. Sobald die Temperaturen sinken, schlagen sie zu. Jedes Jahr im Oktober startet traditionell die Grippesaison. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) sind Grippeviren bei niedrigen Temperaturen stabiler und unsere Schleimhaut ist bei trockener Heizungsluft anfälliger. Aber nicht nur ein geschwächtes Immunsystem wird zur Gefahr für eine Ansteckung. Auch der Kontakt mit Menschen in schlecht belüfteten Räumen erhöht das Infektionsrisiko.

Denn: Influenza-Viren werden über Tropfcheninfektion übertragen, also von einem Menschen auf den anderen über die Luft oder durch Hautkontakt. Unmittelbar nach der Übertragung und bis zu einer Woche danach sind die Betroffenen hochansteckend. Es drohen Fieber, Halsschmerzen und Schnupfen.

Impfung schützt nicht immer

Der wirksamste Schutz: eine Grippeschutzimpfung. Da es vier Virustypen gibt, wird seit letztem Jahr ein Vierfach-Impfstoff von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen. Nach diesen Empfehlungen richten sich auch die Krankenkassen, die die Kosten für die Impfung übernehmen.

Dennoch: "Man kann einen hundertprozentigen Schutz nicht garantieren, weil die Virenstämme sich ständig verändern", sagt der Schwerter Ärztesprecher Dr. Jörg Rimbach. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) passt die Zusammensetzung des Wirkstoffes deshalb zwei Mal im Jahr an. Trotzdem liegt die Schutzwirkung der Impfung bei maximal 80 Prozent - bei gesunden jungen Erwachsenen. Bei älteren Menschen liegt die Schutzquote mit 40 bis 60 Prozent deutlich niedriger.

Gerade älteren Menschen ab 60 Jahren wird eine Schutzimpfung jedoch empfohlen, da diese besonders gefährdet sind. Sollten geimpfte Menschen eine Grippe bekommen, verläuft diese harmloser als bei Nicht-Geimpften.

Apotheker in Schwerte sind gut vorbereitet

Die Apotheken in Schwerte fühlen sich auf die aktuelle Grippesaison gut vorbereitet. "Im März ging es schon mit Vorbestellungen los, sodass man abschätzen konnte, was gebraucht wird", meint Katharina Porwol von der Adler-Apotheke. "Dieses Jahr sind wir gut versorgt". So sieht es auch Jörg Rimbach: "Wir haben gut geordert. Zurzeit ist bei uns in der Praxis und auch bei den Kollegen genug Impfstoff vorhanden". Der Arzt rät nicht nur den Risikogruppen zu einer Impfung, da die Grippe nicht mit einer einfachen Erkältung zu vergleichen sei: "Wenn die Influenza einen erwischt, ist man richtig krank".

Da der volle Impfschutz erst nach einigen Wochen eintritt, wird empfohlen, eine Impfung in den Monaten Oktober und November durchzuführen. Die "Grippewelle" startet üblicherweise mit der Jahreswende und endet etwa im April.

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Schwerte ist Spitzenreiter im Kreis

Nachgewiesene Grippefälle sind meldepflichtig. Deshalb führt auch das Gesundheitsamt in Unna eine Statistik über die Fälle im Kreis. In der "Rekordsaison" 2017/2018, als bundesweit über 300.000 Menschen an Grippe erkrankten, gab es im gesamten Kreis Unna 1124 gemeldete Grippefälle. Da aber nur die per Influenza-Schnelltest oder im Labor nachgewiesenen Fälle gemeldet werden, dürfte die tatsächliche Zahl der Grippeerkrankungen höher sein. Nur 21 Meldungen entfielen 2018 auf Schwerte. In keiner Stadt im Kreis wurden so wenige Fälle registriert.

Schützen sich die Schwerter besser gegen die Grippe als Andere? Jörg Rimbach vermutet: "Nicht alle Ärzte erbringen den Schnelltest und viele Erkrankte suchen die Ärzte garnicht erst auf". Er nimmt an, dass Kollegen in anderen Städten die Patienten häufiger auf Influenza testen, die dann in die Statistik einfließen. Immerhin: Todesfälle nach einer Grippe sind im gesamten Kreis für die letzte Saison nicht bekannt.

Prävention ist der beste Schutz

Neben einer Impfung gibt es noch zahlreiche andere Möglichkeiten, sich oder andere vor einer Grippe zu schützen. Folgende Tipps gibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), um das Ansteckungsrisiko zu senken:

  • Regelmäßiges und gründliches Händewaschen ist Pflicht, da Krankheitserreger am häufigsten über die Hände übertragen werden.
  • Husten oder niesen Sie nicht in die Hand, sondern in die Ellenbeuge.
  • Vermeiden Sie engen Kontakt zu anderen Menschen, wie umarmen oder die Hand geben.
  • Teilen Sie sich keine persönlichen Gegenstände (wie Handtücher, Kosmetikartikel, Essgeschirr) mit anderen Personen.
  • Sollten Sie dennoch krank werden, sollten Sie zu Hause bleiben, um andere Menschen nicht anzustecken.
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