So fördert das Katharinen-Hospital den Verzicht aufs Auto

Verkehrswende

Mitarbeiter des Hospitalverbunds sollen möglichst wenig mit dem Auto fahren. Mit diesem Ziel setzen die Krankenhäuser ein Bündel kleiner und großer Maßnahmen um.

01.08.2019, 14:57 Uhr / Lesedauer: 1 min
So fördert das Katharinen-Hospital den Verzicht aufs Auto

Karin Riedel (l.) und Annette Gutzeit zeigen den Fahrradkäfig in der Tiefgarage. Die Anlage mit E-Bike-Steckdosen ist sicher verschließbar, gleichzeitig einfach per Chip zu öffnen - und inzwischen gut ausgelastet mit Fahrrädern. © Raulf

Das Katharinen-Hospital Unna und die zwei Krankenhäuser in Soest und Werl, die zum Hospitalverbund gehören, arbeiten seit einigen Jahren an einem Mobilitätskonzept, das Zug um Zug umgesetzt und erweitert wird. Das Fahrradleasing, das schon über 150 Mitarbeiter nutzen, ist ein Baustein: Angestellte können Fahrräder und E-Bikes zu vergünstigten Konditionen kaufen oder leasen. Insgesamt sei dieses Angebot lukrativ, bestätigen Teilnehmer. Ein Teil des Gehalts wird Monat für Monat dafür einbehalten. Die Höhe der Rate richtet sich nach dem Einkommen und nach dem Wert des ausgewählten Fahrrads.

Die Wartung bei örtlichen Fachhändlern ist im „Rundum-sorglos-Paket“ inklusive.

Fahrräder statt Autos in die Tiefgarage

In der Tiefgarage und an der Oberfläche rund um das Krankenhaus wurden zusätzliche Abstellplätze für Fahrräder eingerichtet. Ein weiterer Baustein ist ein Fahrsicherheitstraining. Vielen werde es mit solchen Angeboten erleichtert, auf einen Zweitwagen zu verzichten, sagt Krankenhaussprecherin Karin Riedel. Im Gegenzug sind Parkplätze für Autos in der Tiefgarage nicht mehr kostenlos wie früher. Nutzer zahlen bis zu 1,20 Euro pro Tag - sozusagen aus Solidarität: Die Einnahmen nutzt der Hospitalverbund für die Finanzierung der Fördermaßnahmen.

So fördert das Katharinen-Hospital den Verzicht aufs Auto

Bei einem Sicherheitstraining für Fahrradfahrer lernten auch regelmäßige und sportliche Fahrer dazu. © Katharinen-Hospital

E-Autos für Dienstfahrten

Es geht im Gesamtkonzept, das vom Kreis Unna begleitet wurde, inzwischen auch prämiert ist und aus Bundesmitteln gefördert wird, nicht nur um das Fahrrad. Mitarbeiter erhalten einen Zuschuss zum Jobticket für die ÖPNV-Nutzung. Sie können für Dienstfahrten zwischen den Standorten Soest, Werl und Unna E-Autos nutzen, auch Dienstfahrräder mit Elektromotor stehen zur Verfügung. Nicht jeder kann als Pendler auf einen Privatwagen verzichten, aber womöglich muss er nicht allein fahren: Ein Internet-Pendlerportal vernetzt Kollegen, die ähnliche Strecken haben. Wesentlicher Bestandteil des Mobilitätskonzepts ist Kommunikation: Angebote werden im Verbund intensiv beworben, auch mit Hilfe von Mobilitätsbeauftragten wie dem E-Bike-Pendler Ralf Neureiter, die ihre Begeisterung weitergeben.

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