Böllerverbot an Silvester? Jetzt mal schön piano, Leute!

dzKommentar Klare Kante

Umweltschützer fordern es - und manche Städte und Geschäfte ziehen mit: Boykotte und Verbote von Böllern und Co.. Aber Silvester ohne Feuerwerk? Ist doch wie Ostern ohne Eier. Nur gefährlicher.

Werne

, 13.12.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Neujahrsmorgen ist das Bild auf den Straßen meist nicht besonders schön: Hier liegen abgebrannte Feuerwerksbatterien, dort die Reste von zerfetzten Böllern und gerne auch mal die ein oder andere leere Sektflasche, die zur Raketenabschuss-Basis umfunktioniert wurde. Und obendrein noch dieser Gestank von verbranntem Schwarzpulver. Ganz zu schweigen von der enormen Feinstaubbelastung. Widerlich!

Kein Wunder, dass sich da längst mal wieder die Umweltschützer eingeschaltet und zum Verbot des Silvesterfeuerwerks aufgerufen haben. Manch eine Einzelhandels- und Baumarktkette will nun sogar auf den Zug der Zeit aufspringen und Böller, Raketen und Co. aus dem Sortiment verbannen. Passt ja auch ganz gut - Fridays for Future lässt grüßen. So sammelt man Image-Pluspunkte. Außerdem geht’s um die Sicherheit.

Abgerissene Gliedmaßen - überall!

Nicht umsonst führen schließlich immer mehr Städte Verbotszonen für das Abbrennen von Feuerwerk ein. Kann nicht schaden. Kann ich mit leben. Denn wer will schon sehen, wie in der hübschen Altstadt ein Großbrand entfacht? Aber trotzdem: Silvester so ganz ohne Böllerei? Geht‘s noch!? Das wäre wie Heiligabend ohne Weihnachtsbaum. Wie Ostern ohne Eier. Wie eine Fußball-Weltmeisterschaft ohne Sieger-Pokal.

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Irgendwelche Gründe findet man ja immer. Auch solche, die für ein generelles Verbot sprechen mögen. Aber gefühlt scheint mir manch ein Böller-Gegner dabei ein echtes Endzeit-Szenario, die wahrhaftige Apokalypse durch Pyromanie herbeizureden. Dann heißt es bisweilen: Feuerwerk - das zerstört nicht nur unsere feinen Ohren, sondern den ganzen Planeten. Sofern der bei all den abgerissenen Gliedmaßen, die sich am Neujahrsmorgen da auf dem Erdenboden türmen, denn überhaupt noch zu sehen ist.

Böllerverbot ist gefährlich!

Das ist natürlich Quatsch! Denn einerseits stammen die Raketen, die wirklich unseren Planeten zerstören könnten, mit ziemlicher Sicherheit nicht aus leeren Sektflaschen - und andererseits ist die Zahl der weggesprengten Hände, so bedauerlich und schlimm solche Unfälle auch sind, durchaus überschaubar.

Sie könnte sogar steigen, wenn sich der Trend zum Verbannen der Feuerwerksartikel aus den Supermarktregalen tatsächlich durchsetzen sollte. Denn nicht ohne Grund warnen alle Experten, Polizei, Feuerwehr und auch die Böller-Gegner Jahr für Jahr vor der hochexplosiven Ware aus den Nachbarländern - oder gar vor selbstgebastelten Variationen. Beides ohne Gütesiegel, beides gefährlicher als das, was man aktuell in den hiesigen Geschäften findet.

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Und mal ehrlich: Wer glaubt, dass die Leute, die unbedingt mit einem Feuerwerk ins neue Jahr starten wollen, wegen eines Boykotts oder Verbots darauf verzichten, der mag optimistisch sein - aber auch völlig durchgeknallt.

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