Signa-Eigner Benko will um jede Warenhausfiliale kämpfen

Vor dem Hintergrund der geplanten Fusion von Karstadt und Kaufhof hat der Eigner der österreichischen Immobilienholding Signa, René Benko, möglichen Massenschließungen von Warenhäusern eine Absage erteilt. „Natürlich müssen wir sanieren, aber wir werden wie bisher um jede Filiale kämpfen und versuchen, sie in die schwarzen Zahlen zu bringen“, sagte Benko dem „Handelsblatt“ (Freitag). Spekulationen, nach denen bis zu 5000 Jobs bedroht sein könnten, bezeichnete Benko als „unverantwortlich“. Da das Bundeskartellamt die Fusion noch prüfen müsse, sei es derzeit noch viel zu früh für derartige Diskussionen.

05.10.2018, 11:39 Uhr / Lesedauer: 1 min

Durch den Zusammenschluss der beiden Warenhausketten soll ein neuer Einzelhandels-Riese mit europaweit 243 Standorten und rund 32 000 Mitarbeitern entstehen. Zunächst war offen geblieben, ob im Zuge des Zusammengehens Filialschließungen geplant sind.

Offiziell ist von einer „Fusion unter Gleichen“ die Rede. Doch wird die Signa-Holding von Karstadt-Eigentümer Benko die Mehrheit am neuen Unternehmen halten: Signa erhält 50,01 Prozent der Anteile, der kanadische Kaufhof-Eigner HBC 49,99 Prozent. An den Kaufhof-Immobilien, die viele Milliarden wert sind, wird Signa künftig mit 50 Prozent beteiligt sein. Kartellamtspräsident Andreas Mundt hatte bereits angekündigt, die Fusionspläne genau unter die Lupe zu nehmen.

Kaufhof und Karstadt macht seit Jahren der Siegeszug von Billiganbietern wie Primark und Online-Händlern wie Amazon oder Zalando zu schaffen, aber auch die Konkurrenz der großen Einkaufszentren. Besonders kritisch ist die Situation zurzeit bei Kaufhof. Die Kölner kämpfen auch nach der Übernahme durch HBC Ende 2015 mit Umsatzrückgängen und roten Zahlen. Karstadt hat nach einer harten Sanierung gerade erst die Rückkehr in die schwarzen Zahlen geschafft.

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