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Sieben Jahre Haft für drogensüchtigen Brandleger gefordert

Friedrich-Fröbel-Schule

Ein 27-Jähriger hatte eine Schule angezündet, um einen Einbruch zu erleichtern. Die Staatsanwaltschaft forderte heute sieben Jahre Haft. Die sieht der Angeklagte teilweise als Chance.

Bochum

, 25.06.2018
Sieben Jahre Haft für drogensüchtigen Brandleger gefordert

Von einem Teil seiner voraussichtlichen Bestrafung erhofft sich der Angeklagte eine Chance für die Zukunft. © picture alliance/dpa

Die siebenjährige Haftstrafe, die die Staatsanwaltschaft am heutigen Montag für den Angeklagten am Bochumer Landgericht beantragt hat, könnte sich für den 27-Jährigen als große Chance entpuppen.

Denn geht es nach Staatsanwalt Marc Krämer, dann sollen die Bochumer Richter am nächsten Mittwoch beim Urteil neben einer Haftstrafe auch die schnellstmögliche Unterbringung des Brandstifters in einer geschlossenen Drogen-Entzugsanstalt anordnen. Und weil der 27-Jährige zum einen bereits seit mehr als drei Jahren im Gefängnis sitzt (was ihm in diesem Fall auf die sieben Jahre anzurechnen ist) und zum anderen eine Entzugstherapie voll auf das Strafmaß anzurechnen ist, könnte der Angeklagte schon bald aus dem Gefängnis in eine geschlossene Drogen-Klinik überstellt werden.

Täter hofft auf Therapie

Dass der 27-Jährige diesen Weg nur allzu gerne mitgehen würde, ist sicher. „Ich möchte einen Schlussstrich unter mein bisheriges kriminelles Leben ziehen und bitte das Gericht deswegen, mir durch eine Drogentherapie eine Chance zu geben“, sagte der 27-Jährige am Montag. Er bereue seine Taten zutiefst.

Im Prozess hatte der vielfach vorbestrafte Mann von Anfang an ein volles Geständnis abgelegt. Er hatte nicht nur den Brandanschlag auf eine Schule in Oer-Erkenschwick zugegeben. Darüber hinaus hatte er neben einem Überfall in Wildwest-Manier mit einer Waffe am Kopf seines Opfers auch einen zweiten Brandanschlag in derselben Nacht (auf ein Bettengeschäft) abgenickt und außerdem auch eine Antwort auf die Frage des Warum geliefert. Durch die Brandlegungen sei der Weg für ihn und einen Komplizen frei gewesen für einen Einbruch in ein Lottogeschäft. Dort waren Zigaretten im Wert von 1500 Euro gestohlen worden.

Der Sieben-Jahre-Antrag der Staatsanwaltschaft bezieht sich auf alle vier Straftaten inklusive der Haftstrafe, für die der 27-Jährige bereits seit drei Jahren einsitzt. Das Urteil wollen die Richter am Mittwoch verkünden.

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