Seniorinnen im Altenheim belästigt: „Falscher Pfleger“ bleibt undurchschaubar

dzLandgericht Hagen

Ein falscher Pfleger schleicht sich in ein Schwerter Pflegeheim, bedrängt Seniorinnen und will sie waschen. Jetzt ist der Prozess um sexuelle Übergriffe auf der Zielgeraden angekommen.

Schwerte/ Hagen

, 27.01.2020, 16:02 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Taten bleiben rätselhaft, der Angeklagte igelt sich weiter ein: Im Prozess um sexuelle Übergriffe in einer Schwerter Senioren-Residenz sind die Richter am Montag mit dem Versuch gescheitert, mehr über das Leben des 46-Jährigen zu erfahren.

Der Verhandlungstag am Hagener Landgericht hatte kaum begonnen, da war er auch schon wieder vorbei. Die Richter der 1. Strafkammer hatten den Schwerter aufgefordert, aus seiner Vergangenheit zu berichteten – doch der blockte ab: keine Angaben.

Zum Prozessauftakt war von Depressionen und Kokain die Rede gewesen, und von einer schmerzhaften Trennung. Weitere Details will er offenbar nicht preisgegeben.

Urteil voraussichtlich nächste Woche

Die Richter wollen den Prozess nun trotzdem zügig zu Ende bringen. In der kommenden Woche soll das Urteil gesprochen werden. Der Angeklagte hat bereits gestanden, im März 2019 drei Seniorinnen sexuell bedrängt zu haben. Sie sollten sich ausziehen, eine ließ sich sogar von ihm duschen. „Sein Ziel war es, Frauenkörper zu sehen“, hatte es von Seiten er Verteidigung geheißen. Die betroffenen Frauen waren über 80 Jahre alt und zum Teil an Demenz erkrankt.

Den Schwerter erwarten bis zu zweieinhalb Jahre Haft. Das hatten ihm die Richter im Falle eines Geständnisses bereits in Aussicht gestellt.

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