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Fahrerflucht ist ein Ärgernis, besonders weil weniger als die Hälfte der Fälle aufgeklärt werden können. Doch eine Lünerin hatte besonderes Glück - und Hilfe von einem Schüler.

Lünen

, 14.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Eine kleine Nachricht mit großer Wirkung – so könnte man die Mitteilung nennen, die Anke Kleinegräber an ihrem Auto gefunden hat.

Als sie am 27. Juni zu ihrem Wagen ging, der an der Steinstraße stand, wunderte sie sich zunächst über das große Stück Plastik, das da auf der Straße lag. Nichtsahnend hob sie es auf, um es zu entsorgen, als ihr auffiel, dass der vermeintliche Müll zu ihrem Auto gehört. Der Seitenspiegel war beschädigt und vom Täter gab es keine Spur.

Nachricht am Auto

Als nächstes fand sie eine Nachricht (siehe Foto rechts), hinter ihren Scheibenwischer geklemmt. Nicht etwa von der Verursacherin, sondern von einem aufmerksamen Schüler, der den Hergang beobachtet hat.

„Auf dem Weg zur Schule ist hinter mir ein schwarzer Mercedes in ihren Seitenspiegel reingefahren und anschließend schnell weitergefahren“, heißt es in der Nachricht. Weiter beschreibt der Schüler das Kennzeichen, das er sich teilweise merken konnte, und die Fahrerin am Steuer des Fahrzeugs.

„Hoffe, ich konnte weiterhelfen“, sind die Schlussworte der Nachricht. Das konnte er oder sie auf jeden Fall.

Seitenspiegel abgefahren: Schüler-Hinweis bringt Polizei auf die richtige Spur

Anke Kleinegräber hat diese Nachricht an ihrem beschädigten Auto gefunden. Zum Glück!

Verursacherin gefunden

Mit dieser Nachricht ist Anke Kleinegräber am selben Tag nämlich zur Polizei gegangen, die sofort die Ermittlungen aufnahm. Ungefähr zwei Wochen später erhielt Kleinegräber die Nachricht der Polizei, dass die Unfallverursacherin gefunden ist. Dass nun alles weitere mit den zuständigen Versicherungen geklärt werden kann und der Schaden repariert wird, freut Kleinegräber natürlich sehr, aber viel mehr freut sie sich über den Einsatz des jungen Beobachters: „Ich rechne das dem Schüler sehr hoch an, dass er oder sie sich die Zeit genommen hat und den Unfallhergang so sorgfältig aufgeschrieben hat. Ohne diese Nachricht hätte der Fall nicht geklärt werden können.“

Leider ist der Brief nicht unterzeichnet, denn: „Ich würde mich gerne erkenntlich zeigen und mich persönlich bedanken“, sagt Kleinegräber.

Verfasser soll sich melden

Sie vermutet, dass es sich um einen Schüler oder eine Schülerin der Realschule Altlünen oder des Gymnasiums Altlünen handelt, da das die nächstgelegenen Schulen zum Tatort sind. Kleinegräber würde sich sehr freuen, wenn der Schüler oder die Schülerin, die diese hilfreiche Nachricht verfasst hat, sich bei den Ruhr Nachrichten in Lünen meldet, die Redaktion wird dann den Kontakt zu Anke Kleinegräber herstellen.

Kleinegräber kann das Verhalten der Unfallverursacherin übrigens in keiner Weise nachvollziehen. „Ich würde auf jeden Fall am Unfallort warten und wenn keiner kommt, würde ich natürlich die Polizei rufen.“

Unfallflucht ist kein Kavaliersdelikt

Es handelt sich auch bei kleinen Blechschäden um eine Straftat, wenn der Verursacher sich aus dem Staub macht. Selbst bei kleinen Zusammenstößen, bei denen kein sichtbarer Schaden entstanden ist, ist der Fahrer verpflichtet, am Tatort zu warten oder die Polizei zu rufen. Ansonsten findet sich der Verursacher schnell vor Gericht wieder. Fahrerflucht wird mit einer Geldstrafe oder sogar mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet.

Jetzt lesen

Es ist nicht ausreichend einen Zettel oder eine Visitenkarte zu hinterlassen, denn hier besteht die Gefahr, dass dieser wegweht oder durch Regen unlesbar wird. Außerdem würde sich der Täter somit selbst der Fahrerflucht überführen.

Im Jahr 2017 gab es in Lünen 578 Unfälle mit Blechschäden, nach denen sich jemand unerlaubt vom Unfallort entfernt hat. Auf Parkplätzen kommt es besonders oft zu Blechschäden.