Generelles Grillverbot im Seepark Horstmar: Das sagen Anwohner und Besucher

dzNach der Ratsentscheidung

Seit Donnerstag ist es amtlich: Im Seepark Horstmar darf nicht mehr gegrillt werden, das hat der Stadtrat beschlossen. Die Reaktionen der Anwohner und Besucher fallen unterschiedlich aus.

Horstmar

, 16.08.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach monatelangem Hin und Her hat der Stadtrat Donnerstag Abend (16.) mehrheitlich ein generelles Grillverbot im Seepark Horstmar beschlossen. Das hatten in der Vergangenheit vor allem Anwohner immer wieder gefordert und entsprechend mobil gemacht.

Wir haben uns Freitagmittag (17.) auf den Weg in den Seepark gemacht (wo übrigens nicht besonders viel los war) und mit einigen Besuchern über das grundsätzliche Grillverbot gesprochen:

Generelles Grillverbot im Seepark Horstmar: Das sagen Anwohner und Besucher

Seepark-Anwohnerin Ramona Hirschel (31), hier mit ihrem Bernhardiner Bruno, begrüßt das strikte Grillverbot im Seepark. © Storks

Ramona Hirschel ist Anwohnerin und regelmäßig mit ihrem Bernhardiner Bruno im Seepark unterwegs. Die 31-Jährige findet es gut, wie sie sagt, dass der Stadtrat „jetzt doch noch das Grillverbot beschlossen hat“. Hirschel hofft, dass dadurch die Müllberge schrumpfen: „Da ist immer viel Müll liegen geblieben, und die Entsorgung kostet ja auch Geld.“

Im Sommer, sagt Ramona Hirschel weiter, sei es abends trotz Verbotes oft so gewesen, dass da ein Grill neben dem anderen gestanden habe: „Nur gut, dass mein Bruno sich nichts aus Würstchen macht.“

„Einerseits gut, andererseits nicht“

Birgit Schmidt (59), ebenfalls Anwohnerin des Seeparks, findet es „einerseits gut, das Grillverbot, andererseits auch wieder nicht“, wie sie Freitag im Gespräch mit unserer Redaktion - und im Beisein ihrer zwei Enkelkinder - vor Ort sagt.

Wegen des vielfach nicht entsorgten Mülls begrüßt Birgit Schmidt das Grillverbot. Auf der anderen Seite täten ihr schon die Leute leid, „die sonst vielleicht keine Möglichkeit zum Grillen haben. Aber dann müssen sie sich auch an die Regeln halten“.

Edith Freiberg (83) findet das Grillverbot „einfach nur super“, wie sie sagt: „Ich habe viele Jahre in unmittelbarer Nähe des Seeparks gewohnt und kenne die Situation nur zu gut.“ Die Griller, die sich jetzt darüber beschwerten, seien doch selbst schuld, dass es soweit gekommen ist. „Wer nicht hören will, muss fühlen“, sagt Freiberg: „Hätten sich die Leute an die Spielregeln gehalten, dann wäre dieses Grillverbot nicht nötig gewesen.“

„Es war voll, es war laut“

Ebenfalls kein Problem mit dem Grillverbot haben Eleni Paschou (17) und ihr Freund Damian Sczyrba (16). Was nicht heißen soll, dass die junen Leute nicht gerne eine gegrillte Wurst essen: „Wir haben hier im Seepark auch einmal gegrillt, das hat uns aber nicht so gut gefallen“, sagt Damian Sczyrba. „Es war voll, es war laut und überall lag Rauch in der Luft. Wegen des ganzen Gestankes bekamen wir schon Mitleid mit den Gänsen.“

So wie ihr Freund hofft auch Eleni Paschou, dass durch das generelle Grillverbot künftig weniger Müll, „nicht nur im Park, sondern auch im See landet“.

Lieber Nackensteaks als Alkohol im Seepark

Siegfried Mack (74) kann mit dem Grillverbot nichts anfangen. „Grillen ist doch ein Stück Lebensqualität“, sagt er. Und: „Wer grillt, bringt keine Nachbarn um. Sie wissen schon, wie ich das meine: Grillen hat doch auch eine soziale Komponente, es fördert das Zusammenleben, den Zusammenhalt zwischen jung und alt.“

Anstelle des strikten Grillverbots hätte sich Siegfried Mack gewünscht, dass die Verwaltung in der Vergangenheit mehr auf die Einhaltung der für den Seepark geltenden Spielregeln geachtet hätte:

„Bei Zuwiderhandlungen muss konsequent durchgegriffen werden.“ Und: „Alkohol hat im Seepark überhaupt nichts verloren. Dann schon lieber ein paar gegrillte Würstchen oder Nackensteaks mehr.“

Maria Scheffler (62) kann dem Grillverbot auch nichts abgewinnen. „Bei allem Verständnis dafür, dass das mit dem zurückgelassenen Müll nicht in Ordnung ist: Hier werden jetzt auch Menschen bestraft, die sich nichts haben zu Schulden kommen lassen. Das finde ich sehr schade.“

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