Staffel schwimmt deutschen Rekord zum WM-Start

Die deutsche Freistil-Staffel der Frauen prägt den ersten Wettkampf- Tag der Kurzbahn-WM aus deutscher Sicht. Rücken-Spezialist Christian Diener qualifiziert sich fürs Finale am Mittwoch. Ein Hoffnungsträger hat noch mit den Reisestrapazen zu kämpfen.

11.12.2018, 14:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die deutschen Schwimmerinnen haben zum Auftakt der Kurzbahn-WM einen mehr als zwei Jahrzehnte alten Rekord gebrochen und sich auch ohne Medaille über einen erfolgreichen Start gefreut.

Am ersten Tag der Titelkämpfe in Hangzhou unterbot die 4x100-Meter- Freistil-Staffel den deutschen Rekord von den Weltmeisterschaften 1997 in Göteborg - und das gleich zweimal. „Besser geht's nicht“, sagte Jessica Steiger nach der Endlauf-Zeit von 3:33,27 Minuten, die zu Platz sechs reichte. „Das Finale hat total viel Spaß gemacht.“

Kurz vor dem Auftritt der deutschen Becken-Asse durften die Zuschauer in der spektakulären Schwimm-Arena in der chinesischen Millionenstadt über die ersten Weltrekorde der WM jubeln: Zunächst triumphierte der Japaner Daiya Seto über 200 Meter Schmetterling in 1:48,24 Minuten. Er löste damit den Südafrikaner Chad le Clos, der das erste Mal seit 2012 bei Kurzbahn-Weltmeisterschaften nicht siegte und diesmal Zweiter wurde, als Weltrekordhalter ab. Im letzten Wettkampf des Tages unterboten die amerikanischen Freistilschwimmer in der 4x100- Meter-Staffel ihre eigene Bestmarke in 3:03,03 Minuten um 27 Hundertstelsekunden.

Steiger, Annika Bruhn, Reva Foos und Marie Pietruschka hatten bereits im Vorlauf mit ihrer Zeit von 3:34,31 Minuten überzeugt und die 21 Jahre alte nationale Bestmarke erstmals unterboten. „Die vier Mädels sind hervorragend geschwommen“, sagte Henning Lambertz. Der Chefbundestrainer hofft mit Blick auf Olympia, „dass wir das Richtung Tokio auch auf die lange Bahn tragen können“. Zu den Chinesinnen auf dem Bronzerang fehlten dem deutschen Quartett am Ende 2,35 Sekunden. Den Sieg sicherten sich die USA in 3:27,78 Minuten vor dem Team aus den Niederlanden (3:28,02).

Bei den Männern erreichte Rückenschwimmer Christian Diener über 100 Meter in persönlicher Bestzeit von 50,04 Sekunden das Finale am Mittwoch. „Das war schon ein geiles Rennen“, sagte der 25-jährige Potsdamer nach dem Halbfinale. „Jetzt freue ich mich auf das Finale.“

Im Endlauf nicht dabei sind die Brustschwimmer Marco Koch und Fabian Schwingenschlögl. Beide schieden im Halbfinale über 100 Meter aus, waren jedoch nicht unzufrieden. „Das ist alles okay“, sagte Koch, der vor zwei Jahren im kanadischen Windsor noch die Titel über 100 und 200 Meter gewonnen hatte. Er will sich auf seine Spezialstrecke konzentrieren. „Ich denke, für die 200 Meter sieht's ganz gut aus“, meinte Koch. Vor dem Rennen am Donnerstag steht für den 28-Jährigen, der noch mit dem Jetlag zu kämpfen hat, Erholung auf dem Programm. „Der Schlaf ist noch nicht so rund, man fühlt sich die ganze Zeit erledigt“, sagte der Langbahn-Weltmeister von 2015 und Weltrekordhalter auf der Kurzbahn.

Sechs deutsche Athleten waren am Vormittag in den Vorläufen ausgeschieden. Für Freistilschwimmerin Bruhn über 200 Meter (1:55,31), Laura Riedemann über 100 Meter Rücken (58,27) und Steiger über 50 Meter Brust (30,72) reichten dabei auch persönliche Bestzeiten nicht zum Weiterkommen. Bis zum Sonntag kämpfen in Hangzhou rund 960 Athleten aus 178 Nationen um WM-Ehren.

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