Schwerterin (18) unterstützt Schule in Kenia – „Ich bin in eine fremde Welt eingetaucht“

dzCharity-Projekt

Seit mehreren Monaten lebt Maja Hesse in Kenia. Vor Ort sammelt sie Spenden für eine Schule und will den Kindern helfen. Mit uns hat sie über den Alltag, Probleme und die Zukunft gesprochen.

Schwerte

, 23.11.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Heja BVB. Heja, heja, heja BVB“, singen die Kinder im Takt, hüpfen und klatschen in die Hände. Das sind aber keine Szenen aus dem Dortmunder Fußballstadion, sondern aus Nakaru im ostafrikanischen Kenia.

Das, was sich in dem Facebookvideo abspielt – Fangesänge für Borussia Dortmund, rund 10.000 Kilometer vom Ruhrgebiet entfernt – kann man Maja Hesse verdanken. Seit September lebt die Schwerter Abiturientin dort und unterstützt eine Schule.

Die Schule mit dem Namen „Hope - Children’s Ministry“ liegt in Nakaru, rund 200 Kilometer von der Hauptstadt Nairobi entfernt. Das Projekt hat Maja Hesse durch die Freundin ihrer Nachbarin kennengelernt – die war vor einigen Jahren schon in Kenia, um den Kindern vor Ort zu helfen. Im Frühjahr, kurz vor ihrem Abitur, hatte sie dann den Entschluss gefasst, das gleiche zu tun.

Unterricht findet in kleinen Wellblechhütten statt

Seit knapp zweieinhalb Monaten lebt sie nun in einer Gastfamilie bei Shariff, der vor rund sieben Jahren die Schule mitgegründet hat. „Shariff hat selber mal im Slum gelebt, damals, als er nach Nakuru gekommen ist, um ohne die Unterstützung seiner Familie hier zu studieren.“

Wie in einer deutschen Schule dürfe man sich den Alltag im „Hope“ aber keinesfalls vorstellen. Der Unterricht findet in kleinen Wellblechhütten statt, der Boden ist sandig, Bänke, Tische und eine Tafel gibt es aber.

Schwerterin (18) unterstützt Schule in Kenia – „Ich bin in eine fremde Welt eingetaucht“

So sieht der Alltag an der „Hope – Children‘s Ministry“ aus. © Maja Hesse

Im Schulalltag könnte man Maja als Helfende Hand bezeichnen. Sie begleitet den Unterricht, kümmert sich um das Essen für Kinder und Lehrer oder spielt mit den Kindern in den Pausen und nach der Schule: „Jeden Tag ist um 12.30 Uhr Mittagspause. Wir haben eine Köchin und ich habe Lebensmittelspenden organisiert. Das sind meist Reis, Maismehl und Öl. Das Landesgericht heißt Ugali, eine Art harter Maismehlbrei mit Reis und Bohnen.“

Die Lebensmittelspenden liegen der Abiturientin besonders am Herzen. Oft ist das Mittagessen für viele Kinder die einzige Mahlzeit am Tag, Armut ist dort ein besonders großes Problem. Aber auch Lehrer und die Köchin will sie unterstützen und das monatliche Gehalt auftreiben – insgesamt 4000 Kenia-Schilling, also rund 35 Euro.

Außerdem werden immer Bücher und kreative Schulmaterialien wie Wolle, Seife oder Stoff benötigt.

Projekt in Kenia könnte nicht das letzte gewesen sein

Nach dem Unterricht geht es dann mit allen Schülern auf den Hof, es gibt Spiele wie Sackhüpfen und Fußball. Oder man studiert zwischendurch gemeinsam die BVB-Hymne ein.

Schwerterin (18) unterstützt Schule in Kenia – „Ich bin in eine fremde Welt eingetaucht“

Während der Schulzeit kümmert sich Maja Hesse um die Schüler, hilft ihnen bei den Hausaufgaben und organisiert Spiele nach dem Unterricht. © Maja Hesse

Und wie sieht es mit Heimweh aus? Auf jeden Fall, Familie und Freunde fehlen der 18-Jährigen. „Am Anfang, als ich ganz alleine in diese andere Welt eingetaucht bin, war es viel schlimmer als jetzt. Da habe ich fast jeden Tag mit meinen Eltern, meiner großen Schwester oder meinem besten Freund telefoniert.“ Mittlerweile habe sie sich aber gut eingelebt, kann Kultur und Menschen gut einschätzen und fühlt sich viel wohler.

Auswandern wäre für sie aber keine Option, dafür sei sie viel zu sehr Familienmensch.

Im Frühjahr hatte Maja Hesse ihr Abitur am Ruhrtal-Gymnasium gemacht. Nur wenige Monate später ging es für sie direkt nach Kenia. Für die Zeit danach hat sie auch schon Pläne: „Ich möchte ‚Nachhaltiger Tourismus‘ studieren. Bis es soweit ist möchte ich aber noch eine kleine Auszeit nehmen und weiterhin schauen, wo und wie ich bis zum Studienbeginn noch anderen Menschen helfen kann.“

Hier kann man spenden

Die „Hope - Children’s Ministry“ ist auf Spenden angewiesen. Weitere Informationen dazu gibt es bei Maja Hesse unter maja.hope.kenia@gmail.com
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