Schwerter, schnappt euch den Stadtpark! Nicht beschweren, sondern einfach machen!

dzKlare Kante

Zu düster, zu gefährlich, zu dreckig? Was haben die Schwerter eigentlich gegen den Stadtpark? Wieso gehen sie nicht hin und beleben ihn? Worauf warten sie? Genauer: Worauf warten Sie?

Schwerte

, 04.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 2015 wird ja über 2015 geschimpft, laut und hetzend. All die Menschen, die nach Deutschland kamen. Und ob das alles so gut ende - und überhaupt...

Was sich durch die Flüchtlinge wirklich änderte: Im Stadtpark in Schwerte gab es plötzlich mehr Familien. Diejenigen, die nebenan in Turnhalle und Schule untergebracht waren, gingen raus ins Grün, auf den Spielplatz, auf die Bänke, raus ins Leben jedenfalls.

Schon kurios: Diejenigen, die neu in Schwerte waren, gingen einfach hin und nutzten den öffentlichen Raum. Im Gegensatz zu den Schwertern. Da hört man ja die Bedenken: Ach, die Trinker, die Drogen-Junkies, die Wege so dunkel, das Grün so ungepflegt.

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Mehr Licht wäre schön - na klar, aber...

Der Stadtpark ist kein Kurpark - soweit ist die Sache klar. Aber schöner als die allermeisten Grünflächen in - sagen wir mal zum Beispiel - Dortmund ist er allemal.

Klar: Mit weniger Bäumen und mehr Licht wäre der Park schöner. Und ein Spielplatz zur Bushaltestelle an der Bahnhofstraße hin wäre auch attraktiver. Und man könnte auch noch mehr verbessern.

Nur, mal ganz ehrlich, liebe Schwerter: Wollen wir denn erst abwarten, bis der Park umgestaltet ist? Bis wir irgendwann in einigen Jahren alles endlich schön genug finden, dass wir auch hingehen? Und bis dahin schauen wir uns aus der Distanz an, wie die Kirchengemeinden das Gelände an die Stadt verkaufen, wie es dann irgendwann große Pläne und Ausschreibungen und eine Baustelle gibt?

Und über all diesen Zeitraum meckern wir weiter?

Das ist natürlich bequem und praktisch - und das Allerbeste: Wenn es uns dann am Ende immer noch nicht gefällt, sind ja die anderen Schuld und wir können immer noch weitermeckern: „Die blöde Stadt hat ja...aber mich fragt ja nie einer...“

Schwerter, schnappt euch den Stadtpark! Nicht beschweren, sondern einfach machen!

Weit weg vom Hauptweg: Durch die neue Sitzgruppe sei es deutlich besser geworden im Stadtpark, hieß es bei einem Termin vor Ort. © Björn Althoff

Viele Ideen für eine Belebung des Stadtparks

Besser, liebe Schwerter: Schnappt euch den Stadtpark! Geht endlich hin! Sorgt für Leben! Entwickelt Ideen, denn das ist gar nicht so kompliziert. Wenige Tage erst ist es her, da dauerte es nur wenige Stunden, bis einige Schwerter auf Facebook viele Vorschläge zusammengetragen hatten:

  • Wie wär‘s mit einem Weihnachtsmarkt dort?
  • Könnte es ein Café geben, gerade auch für die älteren Anwohner?
  • Könnte zum Beispiel das Pannekaukenfest auch dorthin ausgeweitet werden?
  • Eignet sich der Stadtpark nicht als Bühne für Theater oder Nachwuchsmusiker?
  • Oder als Ort für einen Trödelmarkt?
  • Wäre hier sogar ein DJ-Picknick möglich wie in vielen Dortmunder Parks?

Sicher: Wer das umsetzen will, braucht eine Genehmigung. Und auch Lichtinstallationen oder eine Stadtpark-Ordnung, wie sie der stellvertretende Bürgermeister Jürgen Paul vorschlägt, kann man nicht einfach anbringen, ohne das grüne Licht von Kirchen und Stadt zu haben.

Was man aber machen kann: diese Ideen äußern, vielleicht Unterschriften sammeln und im Rathaus übergeben, der Öffentlichkeit somit klarmachen, dass die Schwerter ihren Stadtpark mit Leben füllen wollen.

Und was auch ohne Genehmigung geht: hingehen, im Sommer auch das Picknick, bleiben, Freunde treffen, in der Mittagspause durchatmen. Ich vermute, Sie werden herausfinden: So dreckig, so gefährlich und so düster ist es gar nicht.

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