Schwerter Schüler lernen, warum Höhlen viel mehr als nur dunkle Löcher sind

Ruhrtal-Gymnasium

Fledermäuse, Bären, Tropfsteine: Die Klasse 6c des Ruhrtal-Gymnasiums lüftet während ihrer Projekttage Geheimnisse, die Höhlen vor der Außenwelt verbergen. Oft sind sie gar nicht unheimlich.

Schwerte

, 10.01.2019, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schwerter Schüler lernen, warum Höhlen viel mehr als nur dunkle Löcher sind

Jonas, Elena und Nico (v.l.) haben die Roboter selbst gebaut. Sie sind mit einem Ultraschall-System ausgestattet und orientieren sich genau so wie Fledermäuse. © Aileen Kierstein

„Gruselig, kalt und dunkel!“ - Die Antwort auf die Frage, was die Schüler vor ihrem Projekt mit Höhlen verbunden haben, kommt wie aus der Pistole geschossen.

Und jetzt, nach dem Projekt? An „kalt und dunkel“ habe sich nichts geändert. Gruselig finden sie die Steinhöhlen aber gar nicht mehr.

Drei Tage lang haben die Schüler der Klasse 6c Höhlen und ihre Bewohner aus der Perspektive verschiedener naturwissenschaftlicher Fächer kenngelernt.

Virtuelle Roboter und echte Tropfsteine

Im Informatikkurs stand die Höhlenerkundung am Computer an - mit selbst programmierten virtuellen Robotern und Labyrinthen. Und eine andere Gruppe aus jungen Chemikern hat selbst einen Stalaktiten, einen von oben wachsenden Tropfstein, aus Natriumcarbonat gezüchtet.

Ganze zwei Tage habe es gedauert, bis die Flüssigkeit aus zwei Zylindern an einem bunten Wollfaden Kristalle gebildet hat und bis zum Boden wuchs.

Schwerter Schüler lernen, warum Höhlen viel mehr als nur dunkle Löcher sind

Der selbst gezüchtete Tropfstein entstand aus Natriumcarbonat. © Aileen Kierstein

Auf dem Stundenplan der Physiker standen in den vergangenen Tagen die Fledermäuse. Um zu verstehen, wie sich Fledermäuse nur durch ihre Sinne und Ultraschall-Wellen orientieren, nutzen sie spezielle Roboter. Die hatten sie selbst gebaut und ein eigenes Ultraschall-System in den „Kopf“ integriert.

Auch, wenn der Roboter optisch erstmal nicht viel mit einer Fledermaus gemeinsam hat, senden beide Schallwellen aus, um sich in der Dunkelheit vor Hindernissen zu schützen und den richtigen Weg zu finden.

Eine echte Fledermaus haben aber nur wenige von ihnen schon gesehen - und dann meist nur im Urlaub in Südeuropa. „Es kann auch sein, dass ihr sie gesehen habt ohne es zu wissen“, erklärt Projektleiter Matthias Walter. Denn die Tiere mit ihren breiten Flügeln lassen sich im Dunkeln meist nur schwer von Vögeln unterscheiden.

Schwerter Schüler lernen, warum Höhlen viel mehr als nur dunkle Löcher sind

Julia (l.) und Hannah haben alle wichtigen Fakten über Fledermäuse auf einem Plakat zusammengefasst. © Aileen Kierstein

Und auch der Biologiekurs widmete sich den kleinen Flugtieren und anderenHöhlenbewohnern: ehemaligen wie Neandertalern und aktuellen wie Bären.

Und wie verteidigt man seine Höhle? „Wir haben schon Feuer mit Feuersteinen gemacht und wollen noch Pfeil und Bogen basteln“, sagt die elfjährige Julia stolz.

Besuch in der Tropfsteinhöhle nimmt die Angst

Was könnte also besser zu den Projekttagen passen als ein Besuch in einer echten Tropfsteinhöhle? Bei ihrer Expedition in die Dechenhöhle Iserlohn hat die Klasse 6c Kristalle und Knochen ausgraben dürfen.

Und wo Spaß ist, rücken mulmiges Gefühl und Angst ja bekanntlich schnell in den Hintergrund - auch, wenn es kalt und dunkel bleibt.

Alle Ergebnisse aus den Projekttagen können am Samstag, 12. Januar, beim Tag der offenen Tür im Ruhrtal-Gymnasium begutachtet werden.
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